Mehr als 500 Freiwillige bei Willichs größter Umweltinitiative "Willi Wisch" 2019

Aktion „Willi Wisch“ : Willicher räumen ihre Stadt auf

Mehr als 500 Freiwillige machten bei Willichs größter Umweltinitiative mit. Zum 17. Mal fand am Samstag die Aktion „Willi Wisch“ in allen Stadtteilen statt. Einige Gruppe waren bereits am Freitag im Einsatz.

 Am Samstag sah man zahlreiche Gelbwesten durch Willich gehen. Sie hatten keine Protestschilder wie in Frankreich in der Hand, sondern Müllbeutel und Greifzangen. Sie demonstrierten auf ihre Art für eine bessere Umwelt. Denn in allen Stadtteilen fand zum 17. Mal die Aktion „Willi Wisch“ statt. „Die Beteiligung ist gegenüber dem Vorjahr wieder etwas angestiegen“, sagte Ute Cöhnen, die bei den Gemeinschaftsbetrieben Willich (GBW) im Team der Abfallwirtschaft arbeitet und zum sechsten Mal die Aufräumaktion koordiniert hatte. Mehr als 500 Freiwillige waren diesmal im Einsatz, die an Autobahnböschungen, in Wohnbereichen, an den Schulen, in Grünanlagen oder Außenbezirken für Ordnung sorgten.

Die von den GBW ausgegebenen blauen Müllsäcke füllten sich schnell, so unter anderem mit Zigarettenkippen oder leeren Flaschen. „Wir haben sogar noch unverpackt einen Büstenhalter der Körbchengröße G gefunden“, berichtete schmunzelnd Peter Friedel Mingers, der mit weiteren Mitgliedern des Arbeitskreises Fremde und mit 13 Asylbewerbern sich vor allem den Niers- und Schlossweg in Neersen vorgenommen hatte.

Fünftklässler der Leonardo-Da-Vinci-Gesamtschule räumten schon am Freitag im Umfeld ihrer Schule auf. Foto: Wolfgang Kaiser

Es waren große Gruppen dabei – so die zumeist fünften und sechsten Klassen einiger Schulen, wie Albert-Schweitzer-Schule, Schule im Mühlenfeld, Schiefbahner Gesamtschule, Vinhovenschule oder die Kinder der Anrather Gottfried-Kricker-Schule, die die Ganztagsbetreuung besuchen. Sie hatten bereits vor dem eigentlichen Willi-Wisch-Tag am Freitag den Frühjahrsputz erledigt.

Mit etwa 40 Jungen und Mädchen nahmen wieder die Pfadfinder von St. Katharina Willich mit ihrer Leiterin Anette Lambertz an der Aktion teil. Darunter waren die zehnjährigen Florian Jost und Merle Heider. Die beiden entdeckten an der Autobahnbrücke der A 44 sogar eine schwere Toilettenschüssel. Schnell wurde auch hier die GBW eingeschaltet, kam Sylvia Brocker mit ihrem Pritschenwagen vorbei, um den Keramiktopf mit den vielen Müllsäcken aufzuladen.

Diese fleißigen Helfer waren an der Korschenbroicher Straße im Einsatz. Foto: Wolfgang Kaiser

Es waren aber auch viele Einzelpersonen und Familien, die sich alleine oder in der Gruppe auf den Weg machten. „Man kann es nicht begreifen, was Menschen achtlos in die Gegend werfen“, sagte Günter Michel. Er machte mit seinem Bruder Joachim in Anrath mit, wo auf dem Parkplatz an der Sassengasse jede Menge Bauschutt lag. Die Schiefbahner Eheleute Markus und Bernadette Litjens durchkämmten mit ihrer Tochter Celine (9) das Gebiet zwischen dem St.-Bernhard- Gymnasium und Aldi. Ihre Ausbeute unter anderem: alte Inliner, verrostete Fahrradständer und Hunderte von kleinen Schnapsfläschchen. Erneut war Willichs Bürgermeister Josef Heyes im oliv-grünen Arbeitsanzug im Unterbruch unterwegs. Am Bertzweg lagen noch die Überreste eines Gartenzauns, der sich beim jüngsten Sturm aus der Verankerung gelöst hatte.

Zum Stammpersonal der Aktion gehört auch der Neersener Bernd Vossen. Einiges an Müll sammelten in Anrath Sabine Reinke mit ihren Kindern Celia (7) und Mia (3) und Nicole Böhm mit ihrer achtjährigen Tochter Sina.

Rund 300 Müllsäcke und Sperrgut in einer Größenordnung von etwa acht Kubikmetern dürften neben alten Fahrradteilen und einigen Autoreifen zusammengekommen sein. Die Skeletts gleich einiger Tierköpfe hatte eine Geocacher Gruppe aus Willich-Mönchengladbach unter der Autobahnbrücke an der Beckershöfe in einer großen Tüte entdeckt. Die Willicher Holger Schmäing und Nicole Borger wollen noch klären, um was für Tiere es sich handelt.

Viele Helfer trafen sich im Anschluss an die Aktion im Neersener Wahlefeldsaal, wo ihnen Bürgermeister Heyes für ihren Einsatz dankte. Es gab von Susanne Floß und Sabine Drawe eine deftige Erbensuppe.

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