Tönisvorst: Leicht, locker, lesbar

Tönisvorst: Leicht, locker, lesbar

Das Heilpädagogische Zentrum in Hochbend wird 100 Jahre alt. Zum Jubiläum gibt es eine Festschrift über die wechselvollen Geschichte der Einrichtung. Am Festtag kann auch die neue Turnhalle besichtigt werden.

Stefan Küsters kam 1970 mit zehn Jahren in die Kindertagesstätte, seit vielen Jahren arbeitet er in der Werkstatt des HPZ in Hochbend. Seine Schwester ist als Sprachtherapeutin im HPZ tätig und die Eltern, die im Streichorchester Forstwald aktiv sind, geben Benefizkonzerte zugunsten des HPZ. Stefan Küsters berichtet über die vielen Jahre, die ihn nun schon als behinderter Mitarbeiter mit dem HPZ verbinden in der Festschrift, die zum Jubiläum „100 Jahre Hochbend“ erschienen ist. HPZ-Geschäftsführer Dr. Michael Weber nannte die Publikation „einen wichtigen Beitrag zur Kreis Viersener und Krefelder Geschichte“ und freut sich darüber, dass zwei Autoren ehrenamtlich tätig wurden: Martin Joliet, Vater eines Kindes in der Tagesstätte, stellte die Schrift zusammen und schrieb viele Beiträge. Michael Körner, ein Bekannter von ihm, sorgte für die Grafik.

Herausgekommen ist eine Schrift, die Dr. Weber zu Recht als „leicht, locker und lesbar“ bezeichnet, wobei ihm der „ironisierende Touch“ dabei besonders gut gefällt. Er ist sicher: „Diese Schrift wird auch gelesen und nicht nur in das Regal gestellt!“ In der Erstauflage gibt es von der Jubiläumsschrift 500 Stück, die beim Festakt am Freitag, 12.September, an die Besucher kostenlos verteilt wird. Interessierte können sie auch beim HPZ gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro bestellen. Die Geschichte von Hochbend beginnt 1908 mit der „Walderholungsstätte“, die vom „Verein für sociale Wohlfahrts-Einrichtungen zu Crefeld“ gestiftet wurde, um armen und kranken Menschen zu helfen. Die „Walderholungsstätte“ ist die Keimzelle des Heilpädagogischen Zentrums, das in den 100 Jahren eine beispiellose Entwicklung genommen hat und heute zu den großen sozialwirtschaftlichen Einrichtungen des Landes gehört.

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Selbst die Jahre des „Dritten Reiches“ blieben für Hochbend ohne schlimme Folgen. In das schöne Fachwerkhaus der „Walderholungsstätte“ zogen später, als die Krefelder Kinderheime völlig überfüllt waren, die Kinder ein. Kaum vorstellbar, dass 1980 geplant war, dieses Gebäude mit dem besonderem Charakter abzureißen. Es scheiterte gottlob am Geld, das Haus wurde von Grund auf saniert. Heute ist dort eine heilpädagogische Kindertagesstätte mit 88 Plätzen untergebracht, die nach den Worten ihres Leiters Roland Büschges die größte ihrer Art in der Bundesrepublik ist. Seit 1970 ist das HPZ der Träger. Auch die Frühförderung der Kinder bis zu drei Jahren kam hinzu. Behinderte Kinder werden hier bis zum Kindergartenalter betreut, dann gehen sie in Förderschulen oder – was häufig der Fall ist – in die Regelschulen. Erst ab 18 Jahren sind sie wieder in den HPZ-Werkstätten tätig.

(RP)
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