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„Lady-Time“ in der Anrather Josefshalle

Anrath : „Lady-Time“ in der Josefshalle

„In unserem Schlafzimmer sind die schönsten Körper die Heizkörper“, ulkte „Et Röschen von de Hardt“, Anna Bodewein, auf der Bühne. Die Mönchengladbacherin, die sich nach eigenem Bekunden auch optisch etwas auseinandergelebt hatte und in einer Lebensphase zwischen gepflegt aussehen und gepflegt werden zu sein schien, riss die Besucher mit bei der „Lady Time“, die der Kulturverein Anrath in der Josefshalle präsentierte.

Für die Damen im Saal, die sich mit Chips, Käse oder kleinen Fläschchen mit Hochprozentigem versorgten und sich bunt kostümiert hatten, kam die Narretei gerade richtig. Dabei sind erst zwei Sitzungen vorbei. Auch am heutigen Abend heißt es wieder: Vorhang auf, Schweinwerfer an, kann der weibliche Elferrat mit seiner Präsidentin Sibylle Konnertz wieder auf der Bühne Platz nehmen.

Schlagfertig waren die Interpreten allemal. Nicht nur die, die auf die Pauken hauten wie die „Original Flöthbachtaler“ oder der jecke Büttenredner Kai Kramosta. Auch fürs Auge wurde bisher einiges geboten: das Ensemble „Surprise & Fantasy“, das diesmal als die Kriegerinnen des Lichts Tänze und Choreografien zeigte. Etwas später war bei einer starken Revue die Neersener Showtanzgruppe „Las Tropicals“ mit ihrer Leiterin Martina Weuffen dran.

Es gab aber in der Josefshalle auch ein Original des Anrather Karnevals, das viel länger dabei ist: den 90-jährigen Heinz Hasenbeck, der im Laufe der Jahrzehnte für viel Stimmung in den Sälen gesorgt, Stimmungslieder selbst komponiert und allüberall seine Spuren hinterlassen hat. Sei es als Leiter der Orpheus-Stimmungssänger oder bis zum Vorjahr gemeinsam mit Bernd Straeten als Lady-Time-Musiker in der Orpheus-Kombo. Mit großem Applaus wurde Hasenbeck, der außerdem Ehrenmitglied des Männerchores ist, von den Frauen verabschiedet. Als sein Nachfolger übernahm Wolfgang Mertens das Keyboard.

Hinter dem Kulturverein verbarg sich der Anrather Männerchor. Einige Sänger hatten sich zu Beginn der „Lady Time“ die Servierschürzen übergezogen, so Manfred Schmidt-Persohn, Gerd Welzkes oder Stefan Marx, und schafften erst einmal Kaffee oder Kuchen heran. Die Sängerschar selbst stimmte mit ihren Tenören oder ihren MCO-Sängern mit in die Begeisterung ein.

Die Funkengarde Rot-Weiß der Neersener Schlossgeister durfte mit ihrem „Geburtstagskind“ Melanie Riedler ebenso wenig fehlen wie Willichs Jugendprinzessin Andrea Meyer oder das urige Männerballett der „Tanzbienen“. Nicht zuletzt unterhielt das große Ensemble der Willicher Prinzengarde.