Stadt Willich: Kreuz wird aufgeschoben

Stadt Willich: Kreuz wird aufgeschoben

Eigentlich sollte beim Ausbau des Autobahnkreuzes Neersen längst der zweite Bauabschnitt begonnen haben. Der Landesbetrieb zieht aber andere Bauprojekte vor. Bis 2012 wird voraussichtlich kein Bagger mehr anrücken.

Ist das nun eine gute oder eine schlechte Nachricht für die vielen Autofahrer, die täglich das Autobahnkreuz Neersen passieren? Der geplante zweite Bauabschnitt beim Ausbau des Kreuzes ist aufgeschoben worden. Das teilte der zuständige Landesbetrieb Straßen NRW auf Anfrage der Rheinischen Post mit. "Frühestens Ende kommenden Jahres, wahrscheinlich aber erst 2012, wird mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen", sagt Imke Halbauer, Abteilungsleiterin Bau in der Regionalniederlassung Niederrhein in Mönchengladbach.

Geduld strapaziert

Erst im Frühjahr vergangenen Jahres war der erste Bauabschnitt am Autobahnkreuz beendet worden. Immer wieder war es zu teilweise erheblichen Verzögerungen an der Baustelle gekommen. Eigentlich sollten die Arbeiten bereits 2006 abgeschlossen sein. So aber wurde die Geduld der Autofahrer über mehrere Jahre strapaziert.

Das hat zu reichlich Ungeduld geführt, die man auch beim Landesbetrieb zur Kenntnis genommen hat. "Es gab keine andere Baustelle, über die sich die Autofahrer so sehr bei uns beschwert haben, wie über die am Kreuz Neersen", berichtet Halbauer. Deshalb ist dem Landesbetrieb die Entscheidung, den weiteren Ausbau erst einmal aufzuschieben, offenbar auch leichter gefallen. "Wir wollen die Autofahrer jetzt nicht schon wieder drangsalieren", sagt Halbauer.

Derzeit sei das Autobahnkreuz recht problemlos in fast alle Richtungen passierbar, findet Halbauer. Der Beginn des zweiten Bauabschnitts würde zwangsläufig wieder Einschränkungen für den Verkehr mit sich bringen. Denn: Die Ein- und Ausfahrrampen von der A 44 aus Krefeld kommend zur A 52 Richtung Mönchengladbach sollen im nächsten Schritt ausgebaut werden. An diesen Stellen läuft der Verkehr zu Feierabendzeiten schon jetzt recht zähflüssig.

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Für den Ausbau des Anschlusses der A 44 an die A 52 muss der Landesbetrieb unter anderem auch eine neue Brücke über die Krefelder Straße (Mönchengladbach) beziehungsweise Hauptstraße (Neersen) parallel zur bereits bestehenden Brücke bauen. "Dafür fehlen uns noch das Bodengutachten und der Entwurf", sagt Halbauer.

Viel Geld, aber wenig Personal

Bis die vorliegen zieht Straßen NRW andere Bauprojekte an Autobahnen vor. "Durch die Konjunkturprogramme haben wir so viel Geld zugewiesen bekommen wie seit Jahren nicht mehr", berichtet Imke Halbauer. Das Problem: Das Personal für die Autobahnarbeiten ist nicht mehr geworden. "Deshalb müssen wir jetzt Prioritäten setzen", erklärt die Abteilungsleiterin. Und dazu gehören unter anderem der Ausbau der Autobahn 57 und der Anschluss der Autobahn 61 an das niederländische Fernstraßennetz bei Venlo.

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(RP)