Kreis Viersen setzt auf Berufspendler mit Rad

Landkreistag Nordrhein-Westfalen : Kreis setzt auf Berufspendler mit Rad

Verkehrspolitik muss stärker die Mobilitätsanforderungen der NRW-Kreise berücksichtigen. Das fordert der Landkreistag Nordrhein-Westfalen (LKT NRW). Viersens Landrat Andreas Coenen stellt sich ausdrücklich hinter die Forderungen, die der LKT an NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst übergeben hat.

In dem „Eckpunktepapier zu Mobilität und Verkehrsentwicklung“ fordern die NRW-Landräte eine gerechte Verteilung der Fördermittel für die Verkehrsentwicklung.

„Der Kreis Viersen ist aufgrund seiner Nähe zu den Großstädten der Rheinschiene durch ein hohes Verkehrsaufkommen geprägt“, erklärt Coenen. „Es muss daher unser Ziel sein, Verkehr von der Straße auf andere Verkehrsträger zu verlagern und die Mobilität und die Verkehrsplanung insgesamt nachhaltiger zu gestalten.“

Bisher endet die Strecke der  Regiobahn in Kaarst. Foto: Reuter

So will der Kreis die Schienenanbindung für Berufspendler nach Düsseldorf verbessern. Schlüsselprojekt ist hierbei nach wie vor die Verlängerung der S 28 über Willich nach Viersen mit einem leistungsfähigen 20-Minuten-Takt. „Wir erarbeiten momentan mit einem anerkannten Gutachterbüro eine weitere Studie, die den verkehrlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen und Mehrwert des Projekts für die gesamte Region darstellt“, so Coenen. Im zweiten Quartal 2019 soll die Studie vorliegen.

Bei einer Haushaltsbefragung über das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung im Jahr 2016 ist außerdem das große Potenzial des Radverkehrs für die Wege im Alltag deutlich geworden. Auf dieser Basis wird derzeit gemeinsam mit den Städten und Gemeinden ein kreisweites Radverkehrskonzept erarbeitet. Es geht darum, das Radwegenetz für Berufspendler fit zu machen und auf die wachsende Zahl von Pedelecs abzustimmen. Diese benötigen nicht nur intakte Wege, sondern auch sichere Abstellanlagen.

Der Kreis hat außerdem die Initiative für einen Radschnellweg von Krefeld über Willich nach Mönchengladbach ergriffen. Derzeit wird hierfür in Zusammenarbeit mit den kommunalen Partnern und der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft des Landes NRW eine Machbarkeitsstudie erstellt. Das Eckpunktepapier des LKT stellt in 16 Kernforderungen die verkehrspolitischen Anliegen der Kreise dar. Diese reichen von der Entwicklung alternativer Verkehrskonzepte und einer technologieoffenen Förderung von Antriebstechniken über Planungs- und Baubeschleunigung bis hin zum Umdenken im Güter- und Flugverkehr. Das Papier findet man auf www.lkt-nrw.de.

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