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Stadt Willich: Kindergarten-Bau liegt auf Eis

Stadt Willich : Kindergarten-Bau liegt auf Eis

Der Neubau des städtischen Kindergartens in Schiefbahn verzögert sich. Das Land Nordrhein-Westfalen hat den beantragten Zuschuss noch nicht bewilligt. Es ist unklar, wann das geschieht.

Nach wie vor ist unklar, wann mit dem Bau des neuen städtischen Kindergartens in Schiefbahn begonnen wird. Die Willicher Stadtverwaltung hat noch keinen Bescheid über den beantragten Zuschuss vom Land Nordrhein-Westfalen erhalten, sagt die zuständige Beigeordnete Brigitte Schwerdtfeger.

"Die Zuschusspolitik hat sich verändert", erklärt sie. "Früher durfte man schon bauen und bekam dann noch den Zuschuss. Heute muss man warten, bis ein Zuschuss genehmigt ist."

Angesichts des vom Landesverfassungsgerichts gekippten nordrhein-westfälischen Haushaltes weiß allerdings niemand, wann mit einem Bescheid über den Zuschuss zu rechnen ist. Bis dahin rollt noch kein Bagger am städtischen Grundstück an der Augustinerinnenstraße an. "In der gegenwärtigen Finanzlage können wir es uns nicht erlauben, auf einen Zuschuss zu verzichten", sagt Schwerdtfeger. Laut Kämmerer Willy Kerbusch sollen für das 1,75-Millionen-Euro-Projekt 300 000 Euro vom Land kommen.

Der SPD-Stadtbezirk Schiefbahn um Ulrich Bünstorf sorgt sich schon länger, ob der Neubau überhaupt zum Kindergartenjahr 2012/2013 fertig wird. Das war ursprünglich so angedacht und davon geht die Stadtverwaltung auch nach wie vor aus. Sollte das nicht klappen, wäre das vor allem für die Betreuungssituation der U 3-Kinder in Schiefbahn eine Katastrophe, sagt Bünstorf.

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Schon jetzt sind mehr Anmeldungen für die U 3-Betreuung als Plätze in Schiefbahn vorhanden. Für das kommende Kindergartenjahr fehlen 35 Plätze. "Wir fordern deshalb, dass der Neubau so schnell wie möglich begonnen werden muss", sagt Ulrich Bünstorf.

Der Bau des Kindergartens mit 55 Plätzen ist aus zweierlei Hinsicht notwendig. Zum einen benötigt das St. Bernhard-Gymnasium in Schiefbahn für den erweiterten Ganztagsbetrieb die Räume, in denen derzeit noch die städtische Kindertageseinrichtung untergebracht ist. Zum anderen entsprechen diese Räumlichkeiten nicht den Anforderungen für eine adäquate Betreuung der Kinder unter drei Jahren. Und genau für die muss die Kommune wegen des bevorstehenden Rechtsanspruchs der Eltern (siehe Infokasten) immer mehr Plätze anbieten.

Ursprünglich hatte die Stadt geplant, den Bau des Kindergartens als zukunftsweisendes Projekt mit der Aktion "Heimatinvest" zu verbinden. Dabei leihen Bürger der Stadt über die "biw"-Bank eine bestimmte Summe und bekommen über 20 Jahre eine monatliche Rückzahlung inklusive Rendite. Wegen der Verzögerung beim Bau des Kindergartens wird mit dem Geld aus "Heimatinvest" aber jetzt die Gemeinschaftsmensa für Gymnasium und Realschule in Schiefbahn gebaut.

Kämmerer Willy Kerbusch möchte die Verzögerung beim Bau nun nutzen, um auch noch die aktuellen Daten aus dem Schulentwicklungsplan zu berücksichtigen. Die sollen der Verwaltung noch in diesem Monat vorliegen. "Wenn die Zahlen so aussehen, dass auf lange Sicht Platz frei wird in den Schulen, muss man darüber nachdenken, ob ein Neubau überhaupt Sinn macht", sagt Kerbusch. Dann könnten Kindergartengruppen auch in freiwerdende Räume von Grundschulen ziehen. Frage des Tages

(RP)