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KG Edelweiß feiert im Saal Krücken in Willich

Karnevalssitzung im Willicher Saal Krücken : Rund 180 Gäste feiern mit der KG Edelweiß

Der Abend in der Gaststätte Krücken in Willich war ausverkauft. Die Besucher kamen bunt kostümiert und brachten gute Laune mit. Die Lautsprecheranlage geriet an ihre Grenzen.

Als Discjockey Jürgen Hardes aus dem Sauerland das Lied „Die Vögelein, die Vögelein vom Titicacasee“ anstimmte, wippten und klatschten die Flamingos im Publikum bereits gut gelaunt mit. Mit rosarotem Kostüm, plüschigen Schenkeln und einer pinkfarbenen Lockenperücke, auf der zwei Flamingos thronten, waren sie eine Augenweide – wie so viele im Publikum bei der traditionsreichen Sitzung der Karnevalsgesellschaft (KG) Edelweiß 1914 aus Willich.

Piraten, Clowns, Marienkäfer, Bauarbeiter und Häftlinge, dazu viele Undefinierbare mit glitzernden Hütchen und Federboas – sie alle waren bereits zu Beginn der Sitzung im großen Festsaal der Willicher Gaststätte Krücken an der Peterstraße in bester Feierstimmung. „Wir sind ausverkauft“, hatte zuvor der Vorsitzende Wolfgang Pape zufrieden erzählt. Rund 180 Gäste füllten den im rustikal gemütlichen Fachwerkstil gehaltenen Festsaal. „Ihr seid der Milchschaum auf meiner Latte Macchiato“, so begrüßte ein nicht minder gut gelaunter Erik Ammerahl als Sitzungspräsident das Publikum. Mit viel Herzblut, Temperament und großer Redegewandtheit führte das Urgestein des Willicher Karnevals durch das vierstündige Programm, bei dem er selbst, gemeinsam mit Sandra Stocks-Nelke als „Die Raumpfleger vom Krückensaal“ – alias Matthes und Finchen – auf der Bühne stehen sollte.

Doch zunächst heizten „Die Stro­ßeräuber“ aus Mönchengladbach mit kölschen Liedern die Stimmung weiter an. Das Publikum sang weite Passagen der bekannten Songs mit. Bei „Dat is Heimat“ drehten und blitzten leuchtende Accessoires in den Händen der Jecken. Ewald, der Aalhornmann in körperbetontem blauen Jogginganzug, stand da bereits in den Startlöchern und zog mit einem meterlangen Alphorn in den Saal ein. Nur um das Publikum gleich darüber aufzuklären, dass dieses Instrument seinen Ursprung in der Nähe von Oldenburg habe, wo es zum Aalfang verwendet wurde. Dies demonstrierte er so geräuschgewaltig, dass leider die Lautsprecheranlage an ihre Grenzen geriet. Doch virtuos waren die rockig-fetzigen Klänge, die er dem Horn entlockte, das aus technischen Gründen auf einem der vorderen Tische aufliegen musste.

Ein Eigengewächs des Vereins ist die kleine Garde. Mit Spagat und Hebefiguren zeigten Samantha, Lisa, Sabrina, Linda, Alina und Jasmin ihren aktuellen Gardetanz. Und auch beim späteren Showtanz machte Tanzmajor Kai eine gute Figur. Tino Selbach mit wunderbarer Stimme sorgte beim sangesfreudigen Publikum als „Ne Kölsche Tenor“ für beste Stimmung, als er so manches lange nicht gehörte alte Kölner Karnevalslied anstimmte. Verdient erhielt er die erste Rakete des Abends.

Dann kam das amtierende Willicher Prinzenpaar Andreas I. und Cornelia II. Die Tollitäten wurden begleitet von der Prinzengarde der Stadt Willich 1972 sowie von der Jugend-Prinzessin Maria I. mit einer Abordnung der KG Schlossgeister 77 Neersen und der JW Funkengarde Rot-Weiß. Und berührt zeigte sich Sitzungspräsident Ammerahl am Ende des Abends: Für seine inzwischen 22. Sitzung dankten ihm seine Edelweißer mit einer Ehrentafel – und das Publikum mit Standing Ovations. „Mit so viel Kraft, Engagement und Freude führst du Jahr für Jahr durch unsere Sitzung. Dafür gilt dir unsere tiefe Anerkennung“, sagte Vorsitzender Wolfgang Pape.

(evs)