Kerbusch drängt auf Münchheide-Erweiterung

Gewerbegebiet : Kerbusch drängt auf Münchheide-Erweiterung

Mit großer Sorge hat Willichs Erster Beigeordneter Willy Kerbusch die Vertagung des Themas „Erweiterung des Gewerbegebietes Münchheide“ in die November-Sitzung des Planungsausschusses zur Kenntnis genommen.

„Wir können derzeit Firmen, die in Willich ansässig sind, kein Potenzial zur Vergrößerung bieten. Das ist das Schlimmste, was einer Stadt passieren kann. Wir haben kein einziges Gewerbegrundstück über 4000 Quadratmeter mehr“, betont er – und warnt: Zwei Firmen seien deswegen schon nach Kaarst abgewandert, ein weiteres Unternehmen mit 300 Mitarbeitern werde folgen, „wenn wir nicht zusagen können, dass Münchheide vergrößert wird“. Da sich die Zentrale dieser Firma in Süddeutschland befinde, sei nicht davon auszugehen, dass sie in Willichs Nähe einen Alternativstandort suchen werde.

Im Planungsausschuss ging es um den Aufstellungsbeschluss für Münchheide V, hinter dem Krematorium und zwischen Autobahn 44 und Aachener Straße gelegen. FDP und Grüne hatten wegen der zu erwartenden zusätzlichen Verkehrsbelastung weiteren Beratungsbedarf angemeldet – zur Verwunderung Kerbuschs. Denn bisher seien alle diesbezüglichen Entscheidungen in der Politik einvernehmlich getroffen worden. Und: Sieben Millionen Euro habe die Stadt inklusive Grundstücksankäufen bereits in das Projekt Münchheide V gesteckt. Derzeit sind der Kampfmittelräumdienst und Archäologen (sie sind auf der Suche nach Resten einer alten Römerstraße) auf dem Gelände tätig. Zudem seien als ökologische Ausgleichsmaßnahme für den Flächenverbrauch bereits 70.000 Quadratmeter Streuobstwiese in Neersen angelegt worden, so Kerbusch.

Der Erste Beigeordnete wird deutlich: „Wer Münchheide V nicht weiterentwickeln will, schadet der Stadt. Ich fürchte erhebliche wirtschaftliche Nachteile für Willich. Wir müssen Firmen Entwicklungspotenziale anbieten. Die Firmen warten auf unsere Zusage, dass Münchheide V ab 2021/22 zur Verfügung steht.“ Was zusätzlichen Verkehr durch Münchheide V angeht, ist Kerbusch sicher: „Die Erweiterung wird keine erhebliche Verschärfung der Situation bringen.“

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