Stadt Willich: Kein Platz für Ringeltauben

Stadt Willich: Kein Platz für Ringeltauben

Nach dem Landesjagdgesetz NRW dürfen in den nächsten Wochen am Niederrhein die Tauben mit dem ringelförmigen weißen Halsfleck zusätzlich gejagt werden. Normal ist die Jagdzeit von November bis Februar.

Rund 20 Jäger des Hegerings Anrath-Neersen-Schiefbahn treffen sich an diesem Nachmittag im Schiefbahner Diepenbroich bei Hegeringleiter Josef Selders. Sie wollen mit der mittlerweile traditionellen Ringeltaubenjagd beginnen. "Es beteiligen sich fast alle Mitglieder mit gültigem Jagdschein an der Jagd auf Ringeltauben in unseren heimischen Revieren", sagt Josef Selders. Und das sei auch notwendig, denn "die übermäßigen Schäden durch Ringeltauben zwingen die Jägerschaft im Interesse unser Bauern und Gärtner im Frühjahr zu diesem Einsatz", so Selders.

Ringeltauben gehören zu den am wenigsten beliebten Vögeln der Fauna. Dafür gibt es eine Menge Gründe: So plündern Ringeltauben allzu gern die frischen Saaten in den Gärten und auf den Feldern, so laben sie sich im Frühjahr an den Knospen der Obstbäume. "Dazu fallen sie mit ungeheurer Dreistigkeit über unsere schönsten Kirschbäume her und sorgen darüber hinaus mit ihrer gesunden Verdauung noch dafür, dass wir uns über ihre unappetitlichen Hinterlassenschaften auf Terrassen und Wegen ärgern müssen", so der Jäger.

Es wurde sogar schon festgestellt, dass Ringeltauben zwischen einem Netz hindurch an Kohlpflanzen gepickt haben. "Das Gemüse lässt sich dann nicht mehr verkaufen und der Schaden ist beträchtlich", meint Selders.

Aus Sicht der Landwirte und der Jägerschaft sei daher eine konsequente Bejagung notwendig, um Schäden zu vermeiden. Denn mag die Jagdstrecke noch so hoch sein, sämtliche Jäger werden es nicht schaffen, den Bestand der Ringeltauben zu regulieren oder gar zu gefährden. Das schaffen auch die natürlichen Feinde, wie Waldkauz, Habicht oder Hauskatzen nicht.

Verstärkung aus dem Norden

Die einheimischen Ringeltauben erhalten im Winter noch Verstärkung von nordischen Ringeltauben, die am Niederrhein die kalte Jahreszeit verbringen. Große Schwärme von mehreren hundert Exemplaren auf Feldern und Äckern sind dann nicht ungewöhnlich. "Dazu kommen noch die Ringeltauben, die von Spanien bis Schottland unterwegs sind und sich bei uns am gut gedeckten Tisch bedienen", erklärt Georg Heyes, Jäger im Hegering.

Die Waidmänner teilen sich an einem Jagdtag meist in zwei Gruppen auf und postieren sich quer durchs Revier im Dickicht von Baumgruppen. "Wenn der erste Schuss fällt, schrecken die Tauben auf und fliegen zur nächsten Baumgruppe, an der sie dann von weiteren Jägern erwartet werden", so der Hegeringleiter. Am ersten Jagdtag konnten die Jäger rund 30 Tauben erlegen. Bis zum Abschluss am 21. April wollen sie den Vogelbestand im Gebiet Anrath-Neersen-Schiefbahn um rund 1000 Ringeltauben verringern.

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(RP)