Kartoffelfest der Heimat- und Geschichtsfreunde Wilich

Kartoffelfest : Fest am Heimatmuseum: Alles rund um die tolle Knolle

Generationenübergreifend und gut besucht war das Kartoffelfest der Heimat- und Geschichtsfreunde Willich im Museum Kamps Pitter.

Kaum hat Peter Lenders den Deckel vom Pännchen geöffnet, sorgt Wasserdampf für eine kleine Nebelwolke. Vorsichtig angelt er mit zwei Haken einen der Metallkörbe aus dem heißen Wasser. „Die nächsten Kartoffeln sind gut“, verkündet er. Auf Abnehmer muss er nicht lange warten. Die mit Schale gekochten Kartoffeln wandern ruckzuck auf Porzellanteller und werden mit Kräuterdip, frischen Gemüsesticks und Brot an den langen Bierzeltgarnituren unter dem Pavillon auf dem Innenhof des Heimatmuseums Kamps Pitter genossen. Wobei so mancher Blick, gerade von den jüngeren Besuchern, fragend auf dem Pännchen verweilt. „Das stammt von der Metzgerei Dickmann aus Schiefbahn. Darin wurde früher Fleisch und Wurst gekocht“, informiert Ernst Kuhlen. Der Vorsitzende der Heimat- und Geschichtsfreunde Willich fügt lächelnd hinzu, dass in dem Pännchen früher auch gewaschen wurde. Dafür wurde lediglich der Einsatz gewechselt. Jetzt aber spielen die Kartoffeln die Hauptrolle.

Der Verein hat zu seinem traditionellen Kartoffelfest eingeladen. Angelehnt an die früheren Kartoffelfeuer, bei denen das Kartoffelstroh verbrannt wurde und frische Kartoffeln in der Glut geröstet wurden, gibt es die Erdäpfel. Aber nicht nur sie locken. Der Duft von frisch gebackenen Reibekuchen vermischt sich mit dem von Grillwürstchen.

Weniger geruchsintensiv, dafür aber mit jeder Menge Spaß geht es ein Stückchen weiter zu. Ria Lück und Monika Goertz haben einen ganz besonderen Teig vorbereitet, der gerade bei den kleinen Besuchern heiß begehrt ist. Stockbrotbacken ist angesagt. Weidenstöcke, an der Spitze mit Alufolie umhüllt, wechseln den Besitzer. Doch zuvor zupfen die beiden Frauen Teigstücke ab, ziehen sie glatt und rollen sie gekonnt um die Alufolie. An der Feuerstelle sind etliche Kinder und halten unter Aufsicht ihre Brotfladen am Stock in die Flammen.

Doch so manch einer vergisst das Stockbrot, als eine Stimme über das Mikrofon verkündet, dass die erste Planwagenfahrt für die Kinder gestartet wird. Die Kleinen laufen zum grünen Planwagen, der hinter dem Mc Cormick D219 angekoppelt ist. Wagenmeister Heinrich Burgart nimmt auf dem historischen Traktor Platz, nachdem die jungen Fahrgäste ihren Platz gefunden haben.

Wer auf die nächste Fahrt warten muss, schaut mit sehnsüchtigen Augen hinterher. Langeweile gibt es aber nicht, denn im Museum können aus alten CDs, Tonpapier und Glitzer Fische gebastelt werden. Generationsübergreifend sitzt man zusammen, erzählt, isst und lacht. Ob jung oder alt, beim Kartoffelfest haben alle ihren Spaß. Und das Highlight, die Nachtwanderung mit Schatzsuche durch den Park, wird bei manchem Kind noch lange Gesprächsstoff sein.

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