JVA Willich I erklärt Neubaupläne : Im Dialog mit der Nachbarschaft

Transparenz ist der JVA Willich I wichtig. Vor dem Hintergrund des anstehenden Neubaus lud die Justizvollzugsanstalt zu einem Nachbarschaftsfest ein, um die Maßnahme vorzustellen. Das große Thema war die Baustellen-Zufahrt.

Vor der Luftaufnahme des kompletten Komplexes der Justizvollzugsanstalt Willich I und II sowie der direkten Nachbarumgebung blieben die Besucher dicht gedrängt stehen. „Wo wohl die Baustellenzufahrt hinkommen wird?“, wirft eine junge Frau die Frage in den Raum, die alle interessiert, wie am Nicken der anderen Besucher zu sehen ist. Dabei ist es in diesem Fall nicht nur eine Zufahrt, sondern es wird gleich zwei geben, die bei der Neubaumaßnahme in den Einsatz gehen werden. „Wir werden eine Zufahrt über die Klein Kollenburg-Straße gegenüber dem offenen Vollzug erhalten. Dazu aktivieren wir die alte Zufahrt entlang des Museums“, erklärt Guido Klingen. Dabei zeigt der Bauprojekt-Koordinator der Neubaumaßnahme der JVA Willich I in Richtung Karl Lange-Straße, denn diese wird entlang des Neubaugebietes zur Baustellenzufahrt mutieren. Wie es in Sachen Neubau vonstattengehen wird, darüber informierten jetzt Anstaltsleiterin Charlotte Narjes und Klingen. Die JVA Willich I hatte dazu zu einem Nachbarschaftsfest auf das Museumsgelände der Anstalt eingeladen.

160 Einladungen hatte Thomas Peerebooms, der zukünftig als Nachbarschaftskoordinator agieren wird, vorab persönlich in der Nachbarschaft rund um die JVA verteilt. „Wir hatten über 100 Jahre ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn und das möchten wir auch die nächsten 100 Jahre behalten. Uns ist an einer guten Nachbarschaft gelegen“, betonte Narjes zur Begrüßung. Transparenz zeigen und Sorgen der Anwohner wahrnehmen - das sind zwei große Stichwörter für den geplanten Neubau, der sich in zwei Bauabschnitte gliedern wird. Die Gebäude der JVA Willich I sind nicht mehr zeitgemäß. „Wir haben einen Resozialisierungsauftrag zu erfüllen und dem können wir mit den Altbauten nicht mehr nachkommen“, sagte die JVA-Leiterin.

Doch bevor der erste Bauabschnitt mit dem Abriss des alten Frauengefängnisses beginnen wird, starten Interimsmaßnahmen im Spätsommer. Das heißt innerhalb des Geländes werden Ersatzmauern gezogen, um in sich getrennte Baufelder zu schaffen. Durch die Öffnung der normalen Mauer ist dies notwendig. „Wir gehen davon aus, dass allein diese Maßnahme, die rein der Sicherheit dient, anderthalb Jahre dauern wird“, erklärte Klingen. Danach beginnt als erster Bauabschnitt der Abriss des ehemaligen Frauengefängnisses. Es folgt der Neubau. Wenn dieser steht, ziehen die Insassen des Männergefängnisses um, und der zweite Bauabschnitt startet mit dem Abriss des alten Männergefängnisses. Wie beim ersten Abschnitt schließt sich der Neubau an, wobei parallel die Werkhallen gebaut werden. Diese werden zwischen dem Frauengefängnis, der JVA Willich II aus dem Jahre 2009 und dem Männergefängnis stehen. Ob Bewohner des Neubaugebietes oder Anlieger aus der Altbebauung, die seit Jahren neben der JVA leben, das Interesse an der Maßnahme an sich war groß. Junge Familien als auch Senioren verfolgten die Ausführungen voller Aufmerksamkeit. Wobei das Thema Belastung durch den Baustellenverkehr für manches Stirnrunzeln sorgte. Insgesamt gehen Narjes und Klingen davon aus, dass sich die gesamte Bauzeit über sechs bis sieben Jahre ziehen wird. „Wir sind nicht der Bauherr, sondern nur die Mieter der Anlage. Eigentümer und Bauherr ist der Bauliegenschaftsbetrieb NRW“, erinnerte Narjes.