Willich: Junge Sterngucker haben Mond im Visier

Willich : Junge Sterngucker haben Mond im Visier

Das St. Töniser Jugendfreizeitzentrum "Treffpunkt JFZ" hatte jetzt die rollende Sternwarte aus Krefeld zu Gast. Durch das mobile Spiegel-Teleskop sahen die Kinder und Jugendliche unter anderem riesige Mondkrater.

Es war dunkel am und im Jugendfreizeitzentrum an der Gelderner Straße. Drinnen informierte Gert-Joachim Külkens von der Vereinigung Krefelder Sternfreunde (VKS) über Galaxien, Mond- und Sonnenfinsternisse und draußen war eine rollende Sternwarte aufgebaut: Ein Spiegel-Teleskop, das als Objektiv einen Hohlspiegel hat und durch das die Kinder und Jugendlichen später in etwa 80-facher Vergrößerung den Mond und den Jupiter mit seinen vier Galilei'schen Monden entdecken konnten.

"Stark, solch ein Teleskop wünsche ich mir mal zu Weihnachten", sagte ein zwölfjähriger Junge. Seit rund fünf Jahren ist die VKS mit ihrer mobilen Sternwarte unterwegs, besucht Kindertagesstätten, Grundschulen, weiterführende Schulen, Jugendzentren oder Vereine. Zurück in der Dunkelheit, die für die Hobby-Astronomen wichtig ist, spricht Külkens über die Lichtverschmutzung — die beiden Leiterinnen des Jugendzentrums, Anette Wackers und Petra Schippers, hören aufmerksam zu. Auf die Frage "Wann haben Sie zuletzt die Milchstraße über St. Tönis gesehen?" erläutert Külkens: "Das muss Jahrzehnte her sein, damals war ich noch ein kleiner Junge."

Die Lichtverschmutzung, auch Lichtsmog genannt, hervorgerufen durch die vielen vom Menschen geschaffenen Lichtquellen aber auch durch die Abgase, beeinträchtigen immer mehr die natürlich nächtliche Dunkelheit und mithin die Sicht auf den Sternenhimmel. Am ersten Tag des Sternwarten-Besuchs kamen die jüngeren Kinder mit ihren Eltern, tags darauf waren die Jugendlichen dran. Und viele Sternengucker kamen wieder, denn am ersten Abend gab es wegen der schlechten Sicht keine Chance, etwas da oben zu entdecken.

Vor allem die Jungs waren begeistert. Der neunjährige Adnan von der 4b der Gemeinschaftsgrundschule Hülser Straße und der zwölfjährige Maximilian berichteten: "Gerade sprechen wie in der Schule über die Sterne." Seine Großmutter Stefanie Spendel war ebenfalls dabei: "Denn so etwas interessiert mich nämlich auch."

Nach dem kind- und jugendgerechten Vortrag ging es zum Spiegel-Teleskop nach draußen. Durch die Röhre sah man unter anderem die riesigen Mondkrater, die teilweise einen Durchmesser von über hundert Kilometer haben. "Wir kommen gerne wieder", sagte der VKS-Experte im Anschluss. Und es wurden gleich Nägel mit Köpfen gemacht: Wenn der "Treffpunkt JFZ" in St. Tönis im nächsten Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert, kommt Gert-Joachim Külkens im Juni oder Juli mit seinem Sonnen-Teleskop und den vielen Filtern vorbei.

Bald will die Vereinigung Krefelder Sternfreunde mit ihren rund 80 Mitgliedern eine stationäre Sternwarte in Krefeld-Linn am Danziger Platz errichten. Dazu werden noch Sponsoren gesucht. Helfen können Interessierte auch durch die Übernahme einer Patenschaft für einen Stern oder einen Krater — ab 25 Euro. "Und es gibt eine schöne Urkunde dazu", erklärt VKS-Vizevorsitzender Külkens.

(wsc)