Neersener Jugendzentrum No.7 Film räumt viele Preise ab

Neersen · Mit dem Film „Einmal Influencer und zurück“ ist das Neersener Jugendzentrum No.7 auf Erfolgskurs. Zum ersten Platz bei der Landesanstalt für Medien gab es jetzt einen zweiten Platz bei „Drehmomente“. Am Dienstag startet ein neues Videoprojekt.

 Maksim (von links), Livia, Natalie und Laura gehörten zu den acht Teilnehmern, die das erfolgreiche Videoprojekt „Einmal Influencer und zurück“ umsetzten.

Maksim (von links), Livia, Natalie und Laura gehörten zu den acht Teilnehmern, die das erfolgreiche Videoprojekt „Einmal Influencer und zurück“ umsetzten.

Foto: Bianca Treffer

Die Tafel mit der großen Aufschrift „Preisverleihung“ und dem dicken Pfeil, der zur Eingangstür zum Neersener Jugendzentrum No.7 zeigt, fällt schon beim Gang über die Virmondstraße auf. „Das war ein super Angebot. Es war cool, mitzumachen, und ich konnte jede Menge für mich aus dem Projekt mitnehmen“, sagt Maksim. Er ist einer der acht Teilnehmer, die am Film „„Einmal Influencer und zurück“ mitgearbeitet haben. Das Werk der jungen Filmemacher im Alter zwischen zehn und 17 Jahren hat allen Teilnehmern nicht nur Spaß gemacht, sondern auch für Preise gesorgt.

Vor einigen Wochen holten die Jugendlichen damit den ersten Platz in der Wettbewerbskategorie „Meinungsstark“ der Landesanstalt für Medien NRW. Jetzt gab es eine weitere Platzierung auf dem Siegertreppchen: Beim Kurzfilmwettbewerb „Drehmomente NRW 2022“ gab es den zweiten Platz in der Alterskategorie Kids. Insgesamt waren in den drei Kategorien Kids, Teens und junge Erwachsene über 60 Filme bei diesem Filmwettbewerb der Filmothek der Jugend eingereicht worden.

Im No.7-Raum, in dem sich sonst die silberne Discokugel dreht und der an diesem Spätnachmittag zum Vorführraum mutiert ist, ist es inzwischen voll geworden. Die Filmemacher und ihre Eltern haben es sich bequem gemacht, um sich gemeinsam die Preisverleihung samt ihrem Film anzusehen. „Einmal Influencer und zurück“ entstand in einem einwöchigen Workshop in den Sommerferien 2021 im Rahmen des Kulturrucksacks NRW. Zusammen mit den Fachleuten von „Freigesprochen Mediencoaching“ aus Köln arbeiteten die Projektteilnehmer an eigenen Songs, Schauspielszenen und Interviews, die sich rund um die Internetthemen Netiquette, Influencer und Plandid drehten.

„Es ging von Konsumenten zum Produzenten“, sagt Silke Hilbrich, die mit Franziska Troska das No.7 leitet. „Es war spannend, zusammen mit den Fachleuten alles selber zu erstellen, eigene Ideen einbringen zu können und diese umzusetzen“, sagt Livia. Sie selbst war mehr als überrascht, was das Thema Plandid betrifft, bei dem es sich um bis ins letzte Detail gestellte Fotos handelt, die aber wie ein Schnappschuss rüberkommen sollen. Das Team kreierte so ein Foto, bei dem zwei der Teilnehmerinnen angeblich in einen Regenschauer gekommen waren und ein witziges Selfie der Situation machten. „Alles gestellt. Nasse Haare und Regentropfen wurden mit Sieb und Gießkanne nachgemacht, aber es sieht aus wie ein Schnappschuss im Regen“, sagt die 14-Jährige lachend.

Laura war hingegen besonders vom Schreiben der kritischen Songtexte über Fake-News und Cyber-Mobbing begeistert, bei denen man seine eigenen Gedanken einfließen lassen konnte. „Ich fand es interessant, die Arbeit kennenzulernen, die hinter Filmen steckt, egal wie kurz oder lang sie sind. Was mich enorm beeindruckt hat, war die Qualität, die wir gemeinsam als Team mit fachlicher Hilfe auf die Beine gestellt haben“, bemerkt Natalie. In Interviews setzten sich alle zudem kritisch mit dem Umgang von Social Media auseinander.

Für das No.7 war es nicht das erste erfolgreiche Filmprojekt. „Auch mit Vorgängerprojekten haben wir schon Preise geholt“, berichtet Hilbrich. Sie selbst, die eine Zusatzausbildung zur medienpädagogischen Fachkraft gemacht hat, stellt immer wieder fest, dass das Selbstbewusstsein der Projektteilnehmer enorm gestärkt wird. Die Videoworkshops sind ein fester Bestandteil in der Jugendarbeit des No.7. Aktuell geht ein neues Videoprojekt am 28. Juni an den Start, wobei noch Plätze frei sind (siehe Info). Unter dem Titel „Mut tut gut“ sind Jugendliche ab zwölf Jahren eingeladen, das Thema in Filmen und Songs umzusetzen. Das neue Projekt wird durch den Geschäftsbereich Jugend der Stadt Willich umgesetzt. Mit im Boot sind erneut die Fachleute von „Freigesprochen Mediencoaching“.