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Jugendfreizeiteinrichtung Titanic in Anrath: So baut man einen Drachen

Ferienalphabet: D wie Drachen steigen lassen : Mit dem Drachen in den Wind

Drachen können fertig gekauft werden. Vielmehr Spaß macht es aber, den Windvogel selbst zu bauen. Wie das geht, zeigen wir mit der Anrather Jugendeinrichtung Titanic in unserem Ferienalphabet: D wie Drachen bauen.

Fast jeder hat Kindheitserinnerungen an einen selbstgebauten Drachen. Der eine hat ihn mit dem Vater gebaut, der andere mit Opa. „Ich habe ihn in der Grundschulzeit im Werkunterricht hergestellt“, erinnert sich Simone Benen-Heyer. Auf einem Stoppelfeld folgte danach der Start, sagt die Einrichtungsleiterin der Anrather Jugendfreizeiteinrichtung Titanic. Die ersten Stoppelfelder gibt es in Kürze: Gerste und Weizen sind erntereif, und damit wird es Zeit, an den Drachenbau heranzugehen.

Für den Bau werden Leisten, Transparentpapier, Paketschnur und Kleber benötigt. Des Weiteren sollten eine Schere, eine Feile und ein Akkuschrauber parat liegen. Los geht es mit dem Gerüst. Dafür wird eine Leiste auf 100 Zentimeter Länge geschnitten und eine Zweite auf 83 Zentimeter. Die Enden bekommen eine rund zwei Millimeter tiefe Nut, die mit der Feile gesägt wird. Die Leisten erhalten mit jeweils einem Abstand von 1,5 Zentimeter vom Rand ein kleines Loch, durch das später die Schnüre für das Schnur-Dreieck gezogen werden. Zudem bekommt die längere Leiste an einer Seite eine zweite Bohrung für den Stetz, wie der Drachenschwanz auf Plattdeutsch genannt wird.

„Das Ganze verbinden wir zu einem Kreuz, wobei die lange Leiste mit den beiden Bohrungen nach unten gehören“, sagt Maik Vanck. Dafür ergreift der Sozialarbeiter vom Team der Titanic erneut zum Zollstock. 29,5 Zentimeter werden von der langen Leiste abgemessen und markiert. Genau hier kommt die Querleiste hin. Ein Tröpfchen Kleber folgt. Danach werden die Leisten am Schnittpunkt zusätzlich mit Paketschnur umwickelt und festgeknotet.

Dann wird es knifflig: Es geht ans Spannen der Schnur rund um das Holzskelett. Vorsichtig legt Vanck die Schnur in die jeweilige Nut und bringt das Ganze auf Spannung. Schnur verknoten, und es geht weiter. Benen-Heyer und Vanck haben sich für ein knalliges Pink entschieden. „Das sieht man später gut, wenn der Drachen am Himmel steht“, bemerkt Benen-Heyer. Da ein einzelner Transparentbogen zu klein ist, werden zwei zusammengeklebt. Entsprechend des Drachengerüstes wird ausgeschnitten, wobei rundum gut zwei Zentimeter überstehen. Diese Zugabe ist wichtig, schließlich muss das Papier über die Schnur verklebt werden.

An den Waagepunkten, wie die Schnurlöcher genannt werden, wird an der langen Leiste von unten nach oben und an der kurzen Leiste von rechts nach links eine Schnur vor dem Drachenpapier gespannt. Vanck verknotet die beiden Schnüre mit etwas Abstand zum Drachen miteinander. Von hier erfolgt auch die Verbindung zur Drachenschnur, mit der der Windvogel aufsteigen wird. „Man muss später beim Fliegen schauen, ob man das Schnur-Dreieck gut austariert hat, oder ob man es etwas verlängern oder verkürzen muss, um die Flugeigenschaft zu optimieren“, sagt Benen-Heyer.

Fertig sind die Einrichtungsleiterin und ihr Mitarbeiter allerdings noch nicht. Der Drachenschwanz fehlt noch. An eine rund drei Meter lange Paketschnur werden aus Transparentpapier gefaltete Rechtecke gebunden. Vanck schneidet die Rechtecke aus dem Transparentpapier aus, während Benen-Heyer sie wie eine Ziehharmonika zusammenfaltet und in der Mitte mit einem Knoten festbindet. Mit einem gleichmäßigen Abstand folgen sechs der bunten Pakete entlang der Schnur. Festknoten an dem vorab gebohrten Loch – und fertig ist der Drachen. „Ob man den Drachen noch mit einem Gesicht aus weiteren bunten Transparentpapier verschönert oder anderweitig schmückt, bleibt jedem selber überlassen. Er sollte nur keine Schlagseite kriegen“, sagt Vanck. Das heißt: Eine Seite neben der Holzleiste mit Glitzersteinchen bekleben und die andere Hälfte auslassen funktioniert nicht. Nun muss nur noch die Drachenschnur angeknotet werden, und es kann losgehen.