Johann Ascher aus Willich-Anrath wird 90 Jahre alt

90. Geburtstag : Anrather feiert mit der Familie seinen 90. Geburtstag

Johann Ascher ist für sein Alter noch ziemlich rüstig. Auch seinen Humor hat er nicht verloren.

Johann Ascher wird am Donnerstag, 14. November, 90 Jahre alt. Er lebt noch immer in seinem Elternhaus in Anrath, nebenan wohnen sein Sohn Manfred (65) und seine Schwiegertochter – sie kümmern sich um den Senior, der noch ziemlich rüstig ist.

Die Lektüre der Tageszeitung morgens ist zum festen Ritual geworden. Im Wohnzimmer steht eine Maschine, die ihm bei Bedarf Sauerstoff verschafft, denn im fortgeschrittenen Alter hat der Jubilar zunehmend mit Atemnot zu kämpfen. Bis vor drei Jahren fuhr er noch Fahrrad. Das Gehen fällt schwer, und deshalb ist für kommendes Jahr die Anschaffung eines E-Mobils geplant. „Mein Vater lebt mittlerweile sehr zurückgezogen“, sagt Sohn Manfred. Deshalb wird der runde Geburtstag auch nur im Kreise der Familie gefeiert.

Dazu gehören die drei Kinder – neben dem Sohn noch zwei Töchter, 53 und 70 Jahre alt. Eine der Töchter wohnt gleich um die Ecke, die andere in Meerbusch-Büderich. Hinzu kommen fünf Enkel und zwei Urenkel – der dritte Urenkel ist unterwegs. Seine Ehefrau starb 1993 an Krebs – Johann Ascher hatte sich bis zuletzt um sie gekümmert.

Der Senior, der 1936 mit seinen Eltern von Willich nach Anrath gezogen war, arbeitete zunächst in der Tuchfabrik Krebs, wechselte dann als Debitorenbuchhalter zu einer Firma in St. Tönis. Ein Vereinsmeier ist er nie gewesen, obwohl er früher dem heute nicht mehr existierenden Sängerbund angehörte. Im vergangenen Jahr erst hat er schweren Herzens nach Jahrzehnten sei großes Hobby aufgebeben, das er mit seinem Sohn teilte: die Brieftauben. Zuletzt waren es nur noch etwa 20 Tiere gewesen.

Er erinnert sich an Urlaube mit seiner Frau: Im Winter ging es nach Reit im Winkl, im Sommer lockte die Nordseelust nach Büsum. Als Witwer gönnte sich Johann Ascher einige Kreuzfahrten. Der Jubilar hat sich nicht nur seine geistige Frische bewahrt, sondern auch seinen Humor. „Die habe ich von meiner Mutter geerbt“, pflegt er zu scherzen, wenn man ihn auf eine für sein Alter außergewöhnlich üppige Haarpracht anspricht. Ein Reizwort heißt Altenheim. Sein kurzer, eindeutiger Kommentar: „Das fehlte mir noch.“

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