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Tönisvorst: JKV lässt Mariechen tanzen

Tönisvorst : JKV lässt Mariechen tanzen

Zum 13. Mal lud der Jugendkarnevalsverein St. Tönis zum Gardetanzturnier ins Forum Corneliusfeld. Auch noch nach Aschermittwoch hüpften kleine und große Tanzmariechen den ganzen Tag lang begeistert über die Bühne.

Es gibt Dinge im Leben, auf die man sich gemeinhin verlassen kann: Heiligabend wird am 24. Dezember gefeiert. Der März folgt auf den Februar. Und am Aschermittwoch ist alles vorbei. Letzteres widerlegt der Jugendkarnevalsverein St. Tönis (JKV) jedoch Jahr für Jahr am ersten Sonntag nach Beendigung des jecken Treibens. Nun schon zum 13. Mal reisten Kinder und Jugendliche aus der Region in die Apfelstadt am Niederrhein – zum traditionellen Gardetanzturnier der JKV im St. Töniser Forum Corneliusfeld.

Mit viel Elan und Lächeln

Es ist noch früh am Morgen, als die ersten Tanzmariechen bereits mit viel Elan und einem Lächeln über die Bühne hüpfen. Wohliger Waffelgeruch weht durch das Forum. Viele Eltern, Geschwister und Großeltern sind zur Unterstützung mitgekommen. Noch hat die kleine Rebecca etwas Zeit bis zu ihrem Auftritt. Auf die Frage, ob sie aufgeregt sei, antwortet die Achtjährige mit einem überzeugenden Kopfschütteln. Hinter ihr liegt eine anstrengende Session. "Aber es hat viel Spaß gemacht", sagt Rebecca. Seit drei Jahren tanzt sie schon für den JKV. "Außerdem fahre ich gerne Einrad", offenbart die Grundschülerin ihre Vorliebe für artistische Sportarten. Verena Arndt war genauso alt wie Rebecca heute, als sie selbst zum Tanzmariechen wurde – vor 22 Jahren. Die Kleinen sind mittlerweile ihre Schützlinge und Arndt organisiert das Gardetanzturnier mit. "Im Moment haben wir etwas weniger Nachwuchs", sagt die Tochter der Vereinsvorsitzenden Marion Arndt und spricht schnell in ihr Funkgerät. Es gebe aber immer noch mehr Zulauf als früher. Die Tanzabteilung des JKV lebe von Mundpropaganda und Probetrainings für Interessierte, so Arndt. "Leider sehen viele den Karneval heute nur noch als Saufgeschichte", betrachtet sie die Entwicklung der vergangenen Jahre kritisch. Am Jugendkarnevalsverein habe sie immer geschätzt, dass das närrische Treiben dort noch im Mittelpunkt stehe.

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Im Forum wird es derweil lauter, als die Schüler-Klasse zum Gardetanz antritt. Das Publikum feuert die jungen Mädchen mit Beifall an. Der Rückhalt seitens der Eltern sei hier besonders groß, meint Melanie Gantevoort, die als Jurorin die Auftritte bewertet. Noch etwas größer als beim Fußball. "Emotionen gehören einfach dazu", sagt Gantevoort. "Doch es sollte in erster Linie Spaß machen." Als Jury-Mitglied wirft sie ein besonderes Auge auf Vorstellungen der Tänzerinnen. "Es gibt fünf Kategorien, in jeder können 15 Punkte vergeben werden", erklärt Gantevoort das System. Dabei komme es auf die Synchronität, die Ausstrahlung, die Tanzelemente, die Musik und eben auch auf den Gesamteindruck an, auf die richtige Mischung aus allem. "So passt ein Show-Kostüm beispielsweise nicht zum Gardetanz", sagt die Kampfrichterin.

Mit Maxim, Mike, Chris und Jan stehen übrigens nur vier Jungen-Namen auf der Starterliste, jeweils im Paartanz. Bis am frühen Abend im Forum Corneliusfeld die Lichter ausgehen, ist es also fest in Mädchen-Hand.

(RP)