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iPad-Pilotprojekt an Willichs weiterführenden Schulen​

Eins-zu-eins-Ausstattung mit Tablets : iPad-Pilotprojekt an Willichs weiterführenden Schulen

Die Digitalisierung an Schulen hat in der Pandemie an Fahrt aufgenommen. Nun möchte die Stadt Willich Tablets fest im Unterricht etablieren. Doch die Eltern müssen die Tablets selbst anschaffen, nur Familien mit geringem Einkommen bekommen Geräte gestellt.

Die Stadt Willich soll mit einem Pilotprojekt zur Ausstattung mit iPads von ganzen Jahrgängen an weiterführenden Schulen starten. Die Mitglieder des Ausschusses für Schule und Bildung nahmen einen Bericht der Verwaltung zu dem Projekt jetzt zur Kenntnis und waren mit dem Konzept einverstanden.

Der Hintergrund: Die Pandemie habe dazu geführt, dass die Digitalisierung an den Schulen insgesamt „rasant an Fahrt“ aufgenommen hat, so die Verwaltung. Jetzt sollen weitere Schritte unternommen werden, um das Thema systematisch anzugehen. In ihrer Vorlage hatte die Verwaltung viele Aspekte dargelegt. Durch den „Digitalpakt Schule“ seien die technischen Voraussetzungen – wie Glasfaser-Internet oder Server-Infrastruktur – bereits geschaffen worden. Außerdem hätten in der Pandemie „alle Schulen den Mehrwert der digitalen Technik im Präsenzunterricht für sich erkannt“, so die Verwaltung. Die Schulkonferenzen haben daher bereits im September 2021 die Ausstattung eines jeden Schülers mit einem iPad angestoßen.

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Das jetzt entwickelte Pilotprojekt soll erst einmal zwei Jahrgänge an jeder weiterführenden Schule betreffen. Knackpunkt ist – das zeigte auch die Diskussion im Schulausschuss – die Frage der Finanzierung: iPads sind nicht billig – sie kosten um die 500 Euro. Da es sich nach Schulgesetz NRW um „persönliche Ausstattung von Schülern“ handelt, sind die Eltern für die Anschaffung verantwortlich, allerdings handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Eltern. Die Verwaltung empfiehlt die Elternfinanzierung, weil die Geräte dann deren Eigentum sind und umfassend auch privat genutzt werden können. Außerdem melden sich die Schüler über ihre persönliche Apple-ID an, somit entfällt Zeitaufwand im Unterricht und Datenschutzvorgaben werden erfüllt.

Mädchen und Jungen aus Familien mit geringem Einkommen sollen Geräte aus dem Bestand der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen, ebenso Schüler, deren Eltern eine Anschaffung verweigern. Allerdings geht die Stadt davon aus, dass die Eltern die Pilotphase mittragen. Eventuelle Weigerungen von Eltern zu Kauf und Nutzung von iPads müssten „pädagogisch gelöst“ werden, so die Beigeordnete Brigitte Schwerdtfeger auf Frage von Martin Dorgarthen (Für Willich). Heike Kelschebach (Grüne) sah die Gefahr einer Abhängigkeit von Apple-Geräten und wollte die Zulassung aller Fabrikate. Das bedeutet aber auch die Anwendung anderer Betriebssysteme und Software und zusätzlichen Aufwand für die Lehrer bei der Material-Vorbereitung, deswegen riet Marcel Salven als zuständiger Verwaltungsmitarbeiter davon ab.

Für die SPD meinte Hendrik Pempelfort, dass es schön sei, dass sich Willich ein solches IT-Pilotprojekt leisten könne. Viele Kommunen im Kreis könnten das finanziell nicht stemmen. Er freute sich, dass die Verwaltung bereits jetzt angekündigt hat, einen ersten Bericht zur Pilotphase Anfang 2023 im Ausschuss vorzulegen.