In Willich und Tönisvorst läuft die Bewässerung auf Hochtouren.

Hitzewelle : Wasserspenden für Bäume sind nötig

Bäume, die ihre Blätter in Menge abwerfen, vertrocknete Sträucher und gelbes Gras: Die Natur leidet unter dem Wassermangel. In Willich und Tönisvorst läuft die Bewässerung auf Hochtouren.

Für die Mitarbeiter der Abteilung Grünflächenunterhaltung beim Baubetriebshof der Gemeinschaftsbetriebe Willich geht der Wecker seit einigen Wochen früher. „Wir fangen wegen des Wetters um 6 Uhr an. Gerade fürs Bewässern ist das besser“, sagt Abteilungsleiter Dirk Bütz. Für die Hälfte der Belegschaft heißt es seit Wochen nur noch „Wasser marsch!“.

Die anhaltende Trockenheit, kombiniert mit den hohen Temperaturen, macht dem Stadtgrün zu schaffen. Der Minikipper mit dem elektronischen Gießarm, der vom Fahrzeuginneren mit einem Joystick gesteuert wird und der 1400 Liter Wasser transportiert, hat dabei schon lange Gesellschaft bekommen. Zwei Pritschenwagen mit je 1400-Liter-Fässern und ein Multicar, ebenfalls mit einem solchen Fass bestückt, drehen nach festen Fährplänen ihre Runden durch Willich, damit die rund 20.000 Stadtbäume und die 300 bepflanzten Kübel lebensnotwendiges Nass erhalten.

„Wir erhalten dabei Unterstützung von der Feuerwehr Willich und einem Schiefbahner Landwirt, der mit einem 10.000-Liter-Güllefass insbesondere in den Neubaugebieten und den dort angelegten Wildblumen- und Streuobstwiesen unterwegs ist “, informiert Bütz. Auch samstags sind die Mitarbeiter von der Grünflächenunterhaltung im Einsatz. Zudem laufen teilweise in den Parkanlagen Sprenger, und auf den Friedhöfen wird mit Schläuchen bewässert.

In Tönisvorst läuft das gleiche Prozedere beim städtischen Eigenbetrieb. „Unser Bewässerungswagen, unterstützt von einem weiteren Pritschenwagen mit Tank sowie einem dritten Tankwagen, fährt durchgängig. Trotzdem sind wir nicht in der Lage, alle 4800 Stadtbäume und die 210 Kübel zu versorgen“, berichtet die Beigeordnete Nicole Waßen.

In Willich wie auch in Tönisvorst ist man daher auf die Hilfe der Bürger angewiesen. „Wir sind mehr als dankbar, wenn Bürger Kübel und Bäume vor ihrem Haus mitbewässern. Wir können nicht überall sein“, sagt Bütz. Es sei doch im Interesse der Bürger, wenn das Grün erhalten bleibe, denn schließlich sei es ein Sauerstoffspender und Luftfilter, fügt der Abteilungsleiter an und ruft zur Mithilfe  auf: „Es wird überall für die unterschiedlichsten Sachen gespendet. Wir benötigen jetzt Wasserspenden.“

In Tönisvorst ist man indes froh, dass sich das Unternehme Gerke ehrenamtlich im dortigen Gewerbegebiet einbringt und vor Ort bewässert. Wer helfen will muss auch nicht jeden Tag zum Eimer oder zum Schlauch greifen. Wenn ein Straßenbaum einmal in der Woche eine größere Menge Wasser von 60 bis 80 Liter Wasser bekommt, hilft ihm das weiter. Wichtig ist, dass die Erde zunächst einmal wieder aufnahmefähig gemacht wird. Einfach gießen bringt nicht viel, dann läuft alles zu den Seiten weg. Die Oberfläche anfeuchten, etwas warten und dann weiteres Wasser langsam zugeben ist die richtige Vorgehensweise.

Besonders Jungbäume, die noch nicht so verwurzelt sind, benötigen dringend Wasser. Ältere Exemplare mit tiefem Wurzelwerk haben es etwas einfacher. Wobei die kleinen Baumscheiben, in denen sie teilweise stehen, das Ganze aber auch wieder erschweren. Fest steht bereits jetzt, dass es einige Bäume nicht geschafft haben. Dazu gehören Birken, die es als Flachwurzler besonders schwer haben. Hier ist schon zu erkennen, dass sie im kommenden Jahr nicht mehr austreiben werden. „Dass die Bäume Laub abwerfen, ist bei diesem Wetter indes normal. Der Baum versucht, seine Verdunstungsmasse zu verkleinern“, informiert Andreas Kublank vom Willicher Geschäftsbereich Landschaft und Straßen. Kein schöner Anblick um diese Zeit, aber dem Wetter und dem Wassermangel geschuldet.

Mehr von RP ONLINE