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In Willich soll es bald abends einen Markt geben

CDU-Antrag : Ein Markt nach Kempener Vorbild

Schon vor zweieinhalb Jahren hat die Willicher CDU beantragt, das Marktangebot attraktiver zu gestalten. Nun soll sich endlich etwas tun. Im Gespräch sind ein Abendmarkt in Willich und ein „junger Markt“ in Schiefbahn.

So einen schönen Feierabendmarkt, wie ihn die Kempener seit Mai dieses Jahres einmal im Monat mittwochs auf dem Buttermarkt haben, hätte man in Willich auch gern. „Es wäre schön, wenn es ein solches Angebot auf dem Willicher Marktplatz im nächsten Jahr gäbe, wenn er fertig umgestaltet ist“, fasste Johannes Bäumges, Fraktionsvorsitzender der CDU, die Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss zusammen. Schon vor zweieinhalb Jahren hatte die CDU, initiiert von der Frauen-Union, beantragt, das Marktangebot in Alt-Willich und in Schiefbahn attraktiver zu gestalten. Getan hat sich aus verschiedenen Gründen seither allerdings wenig. Das soll sich nun endlich ändern, darin waren sich alle Fraktionen einig. Ein Problem allerdings: Die Marktbeschicker sind sehr zurückhaltend, was zusätzliche Markttage angeht.

Vom Tisch ist die Idee, einen Samstagsmarkt in Alt-Willich zu etablieren. Eine Abfrage bei den Beschickern des donnerstäglichen Wochenmarktes verlief ernüchternd: Nur zwei sagten zu, vier sagten „eventuell“, und zehn haben kein Interesse. Den Vorschlag der Verwaltung, nun noch ein Gutachten dazu in Auftrag zu geben, lehnte die Politik ab. Dietmar Winkels (SPD): „Das Geld können wir uns sparen.“ Franz-Josef Stapel (FDP): „Was sollte der Gutachter anders machen als die Verwaltung?“

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Mehr Chancen sieht die Politik darin, einen Markt am Freitagabend nach Kempener Vorbild einzurichten. In Kempen wird derzeit erprobt, einmal im Monat mittwochs einen Feierabendmarkt von 17 bis 21 Uhr zu etablieren – bisher mit gutem Erfolg. Statt der 25 Stände des Wochenmarktes bauen 14 der regulären Marktbeschicker ihre Stände auf, ergänzt um ein zusätzliches Speisen- und Getränkeangebot. Zudem tritt ein Musiker auf, und es werden Bierzeltgarnituren aufgestellt. Nötig für Organisation und Umsetzung sind zudem vier städtische Mitarbeiter.

Die Vorbereitungen dazu seitens der Stadtverwaltung waren zuletzt ins Stocken geraten, weil der Marktplatzumbau und die temporäre Verlegung des Wochenmarktes auf den Kaiserplatz Ressourcen banden. Zwar war auch die Abfrage bei den Marktbeschickern zu einem Feierabendmarkt nicht viel ermutigender als bei einem Samstagsmarkt, aber „die Erfahrungen aus Kempen werden dennoch zum Anlass genommen, das Interesse an einer Feierabendmarktbeschickung explizit schriftlich abzufragen“, schreibt die Veraltung in ihrer Vorlage. Darauf verständigte sich die Politik dann auch einstimmig. Eine Agentur soll sich dann um die Realisierung kümmern, und möglichst schon im kommenden Jahr soll von Mai bis September als Pilotprojekt monatlich ein Abendmarkt mit kulinarischem Schwerpunkt stattfinden.

„Märkte bedeuten eine Attraktivitätssteigerung, von der auch die Geschäfte und die Gastronomie in den Innenstädten profitieren“, sagte Hans-Joachim Donath (FDP). Und so soll es auch in Schiefbahn ein zusätzliches Angebot zum Wochenmarkt geben. Die Politiker beschlossen einstimmig, ein Entwicklungsbüro zu beauftragen, eine Neukonzeption mit Machbarkeitsstudie für einen „jungen Markt“ in Schiefbahn zu erarbeiten. Dietmar Winkels, regte an zu prüfen, ob dieser Markt nicht auch am Edeka-Geschäft angesiedelt werden könnte, um Synergien zu nutzen, stieß damit aber auf wenig Gegenliebe. Die Technische Beigeordnete der Stadt, Matina Stall, dazu: „Ein Markt lebt nicht nur von den Beschickern, sondern auch von der Atmosphäre und der Gastronomie drumherum.“ Der Hubertusplatz sei daher besser geeignet. Dafür plädierte auch Rainer Höppner (CDU), der an der Hochstraße ein Damenmode-Geschäft hat: „Der Markt muss in der Innenstadt bleiben.“

(WD/msc)