In Willich konnen Bürger ihr Haus per Thermografie-Technik analysieren lassen.

Analyse per Thermografie : Ein besonderer Blick auf die Häuser

Für die Hauseigentümer war das kostenlose Angebot der Stadt Willich hochinteressant: In allen vier Stadtteilen konnten Bürger ihr Haus per Thermografie-Technik analysieren lassen.

Ein sternenklarer Himmel und Temperaturen um den Gefrierpunkt – die Bedingungen waren ideal: In Alt-Willich führte Klima-Manager Marcel Gellissen mit Energieberater Heribert Rubarth (Verbraucherzentrale NRW) Hauseigentümer bei einem besonderen Spaziergang durch den Ort: Es ging zu den Privathäusern der Bürger, und Rubarth untersuchte diese mit Hilfe einer Thermografie-Kamera.

Die Stadt Willich hatte über die Zusammenarbeit der Verbraucherzentrale mit den kostenlosen Beratungsangeboten im Energiezentrum Willich (EZ:W) je einen Termin für Anrath, Neersen, Schiefbahn und Alt-Willich. Für den Spaziergang in Alt-Willich hatten sich eigentlich acht Hausbesitzer angemeldet, zwei erschienen am Dienstag nicht, aber für die anderen war der besondere technische Blick auf ihr Haus sehr interessant. So hatte sich ein Ehepaar angemeldet, das in einem um 1983 erbauten Haus wohnt. „Wir haben vor vier Jahren neue Fenster und gerade ein neues Dach machen lassen. Jetzt möchten wir gerne wissen, ob alles dicht ist“, schilderte die Ehefrau. Rubarth erklärte die Abbildung in der Kamera. Das Thermografie-Bild sei immer unter verschiedenen Aspekten auszuwerten – so werden im Prinzip immer relative Temperatur-Unterschiede angezeigt. Ein Temperatur-Unterschied von um die neun Grad ist in der Darstellung orange bis rot, eine kalte Fläche ist blau dargestellt.

Im Falle dieses Hauses war der überwiegende Teil der Darstellung zufriedenstellend – lediglich über dem Boden war ein roter Querstrich abgebildet: „Das ist ein Wärmeverlust über die Kellerdecke. Die Dämmung des Hauses beginnt erst darüber“, erklärte der Energieexperte ein weit verbreitetes Bau-Phänomen aus dieser Zeit. An einem anderen Haus waren Wärmeverluste über den Kasten für die Rollläden und über die Seitenwände der Gaube zu erkennen.

Die Untersuchung eines anderen Hauses stimmte dessen Eigentümer nachdenklich: Über die Thermografie-Darstellung zeigten sich bei dem einschalig errichteten Gebäude älteren Datums deutlich Stellen, an denen sich im Inneren die Heizkörper befinden oder wie die Steigleitungen für die Heizung in das obere Geschoss verlaufen. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wollte der Eigentümer dann wissen, wie er agieren könne. Gellissen verwies darauf, dass es regelmäßig verschiedene kostenlose Beratungen im EZ:W gibt, an denen sich auch die Verbraucherzentrale beteiligt. Dann kann der Hauseigentümer entscheiden, ob er gegebenenfalls einen Check seines Hauses durch einen Experten vor Ort machen lässt.

Auch dabei gibt es verschiedene Themen-Schwerpunkte – teils sind die Checks für den Eigentümer kostenlos oder nur mit einem geringen Eigenanteil belastet. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen erhält der Hauseigentümer anschließend schriftlich.

Insgesamt ist Gellissen mit dem Interesse der Bürger an dem erstmaligen Angebot der Stadt Willich hochzufrieden. Es hatten sich rund 30 Hauseigentümer aus verschiedenen Stadtteilen gemeldet. Spannend fand der Klimamanager auch eine Adresse beim Thermografie-Spaziergang in Schiefbahn: Ein Haus steht im Neubau-Gebiet „Schiefbahner Dreieck“, „ich bin gespannt, wie die Bilder dort aussehen“, so Gellissen. Bei Interesse sei es das Ziel der Stadt, jährlich solche Thermografie-Spaziergänge in den Stadtteilen anzubieten.

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