Stadt Willich: In Willich ist noch viel zu tun

Stadt Willich: In Willich ist noch viel zu tun

Die Innenstadtentwicklung in Alt-Willich ist zwar auf einem guten Weg, aber der neue CDU-Vorsitzende Christian Pakusch sieht einige Baustellen in den Stadtteilen, die dringend bearbeitet werden müssen.

Eine strategische Zusammenarbeit von CDU und Grünen, die Gründung der "Für Willich"- Fraktion durch drei mittlerweile ehemalige SPD-Mitglieder und zuletzt die Überlegungen der FDP, zur Kommunalwahl im Herbst 2020 einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten ins Rennen zu schicken: Nachdem es fast ein Jahr lang in Willich auf politischer Bühne recht ruhig war, ist seit ein paar Monaten wieder Leben in die Bude zurückgekehrt. Christian Pakusch, seit November Chef der Willicher CDU, möchte allerdings verhindern, dass der Wahlkampf schon jetzt beginnt. "Die laufende Wahlperiode ist gerade mal bei der Hälfte angekommen, und es gibt noch viele wichtige Aufgaben zu erledigen", sagt er - und erteilt Spekulationen, wen die CDU als Bürgermeister-Kandidaten ins Rennen schicken wird, eine Absage. "Das werden wir Ende 2019 entscheiden", sagt Pakusch. Diskussionen zum jetzigen Zeitpunkt würden auch Amtsinhaber Josef Heyes schwächen - der durch verschiedene Andeutungen in jüngerer Zeit für Gerüchte gesorgt hat, dass er selbst noch mal antreten wird.

Die Willicher Union hat sich auf bereits den Weg gemacht, ihre Strategien bis 2025 zu erarbeiten - bewusst habe man einen Zeitpunkt über die nächste Kommunalwahl hinaus gewählt, betont Pakusch. Um zu formulieren, wohin für Partei und Stadt die Reise gehen soll, schaute man aber auch hin, welche Baustellen, die man sich vor der Kommunalwahl 2014 vorgenommen hatte, noch nicht abgearbeitet sind. "Da fällt mir spontan die medizinische Versorgung ein", sagt Christian Pakusch und meint damit das "Ambulatorium" im Stahlwerk Becker, ein medizinischer Anlaufpunkt mit Notarzt und Fachpraxen, das nun an dieser Stelle endgültig trotz anfänglicher Euphorie nicht umgesetzt werden wird. "Dass die Pläne gescheitert sind, obwohl bereits erste Verträge unterschrieben waren, ärgert mich. Jetzt müssen wir uns dringend nach Alternativen umsehen", sagt Pakusch - gibt allerdings zu, dass dabei viele Komponenten zu berücksichtigen sein werden. "Aber die Politik muss zumindest die Rahmenbedingungen schaffen."

Das gelte auch für eine weitere "Baustelle" in der Stadt, die sich gerade erst aufgetan hat: Vor allem die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Schiefbahn hat im kommenden Schuljahr mit einem massiven Rückgang der Anmeldezahlen zu kämpfen - vermutet wird, dass die Rückkehr der Gymnasien zum Abitur nach neun Jahren dafür verantwortlich ist. Doch Pakusch warnt davor, jetzt wegen einer erstmaligen Veränderung Schnellschüsse zu machen. "In der Vergangenheit hat immer mal wieder die eine, dann die andere Schule geschwächelt." Zudem werde gerade die Johannesschule in Anrath als Dependance der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule für fünf Millionen Euro umgebaut. Direkten Einfluss auf die Wahl der Eltern, welche Schulform ihre Kinder besuchen sollen, hat die Politik zwar nicht, aber sie schaffe eben den Rahmen in der Stadt. Die Frage sei, wie sich jeder Schüler gemäß seinen Stärken und Schwächen in Willich entwickeln könne. Dabei müsse man sich die Frage stellen, ob wirklich jeder Schüler Abitur machen müsse. "Es ist auch Aufgabe der Kommunalpolitik, solche gesellschaftlichen Entwicklungen nach Düsseldorf oder Berlin weiterzugeben und dort gegebenenfalls wachzurütteln", findet Pakusch.

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Mahnen, drängen und fordern müsse man auch in Richtung Bezirksregierung, was den Ausbau der Anschlussstelle der A 44 in Münchheide angeht. Ein Brücken-Abriss, ein Brücken-Neubau und der Ausbau der Kempener Straße auf vier Spuren werden eine lange Geduldsprobe für die Autofahrer werden. Aber es führt kein Weg an dem Großprojekt vorbei, denn die Kempener Straße aus Richtung Kempen ist morgens und die Ausfahrt aus den Gewerbegebieten Münchheide abends überlastet. Die Gewerbegebiete Stahlwerk Becker und Münchheide I bis IV seien glücklicherweise fast ausverkauft, die Planungen und Grundstücksankäufe für weitere Gebiete seien recht weit gediehen. "Die Anschlussstelle A 44 ist natürlich ein wichtiger Standortfaktor."

Pakusch, der auch Vorsitzender des Willicher Planungsausschusses ist, schaut aber auch sehr genau nach Neersen. Denn dort will der DRK-Landesverband am Standort Rothweg/Verresstraße ein Seniorenheim errichten. Seit Jahrzehnten ziehen sich die Diskussionen diesbezüglich hin und wurden im vergangenen Jahr endlich konkret. Jetzt wurde kürzlich das alte Gebäude "Die Brücke" von der Stadt abgerissen, um Platz für das Altenheim zu schaffen. Aber: Bisher wurde noch kein Baurecht geschaffen, weil das Rote Kreuz die erforderlichen Unterlagen immer noch nicht eingereicht hat. Da davon auszugehen ist, dass dies mindestens noch ein paar Wochen dauern wird, scheint es nicht unrealistisch, dass mit den Bauarbeiten in diesem Jahr nicht mehr begonnen wird. Denn die Schaffung der rechtlichen Voraussetzungen für den Bau werde laut Pakusch in Verwaltung und Politik auch noch mal ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. "Dabei wäre es so wichtig, dem Bürger das Signal zu geben, dass sich endlich was tut." Und in Richtung DRK fügt er an: "Politik und Verwaltung haben die Voraussetzungen erfüllt. Wie geht es jetzt weiter?"

(RP)