In den Stadtteilen Anrath und Neersen stehen einige Projekte an.

Planungsausschuss : Viel zu tun in Anrath und Neersen

Nicht nur in Alt-Willich tut sich was: Auch in den Stadtteilen Anrath und Neersen stehen einige Projekte an. An manchen Stellen hakt es allerdings, etwa beim Neersener Altenheim und beim Hochwasserschutz in Anrath.

Endlich wieder ein Supermarkt, der kein Discounter ist, Grundstücke für Häuslebauer und ein wirksamer Schutz vor Hochwasser in Anrath, neue Baugebiete, ein neuer Platz für die Feuerwehr und ein Altenheim in Neersen: Die Liste der Aufgaben für die Politiker im Planungsausschuss allein für diese beiden Willicher Stadtteile ist lang. Manches Projekt dümpelt schon seit Jahren oder gar seit Jahrzehnten vor sich hin. Wir sprachen mit dem Ausschussvorsitzenden Christian Pakusch darüber, was sich demnächst tut und was wohl noch ein bisschen dauern wird.

Seitdem der Kaiser’s-Markt den Platz für den Discounter Netto in Anrath geräumt hat, gibt es dort keinen so genannten Vollsortimenter mehr – was nicht nur die älteren Menschen, die nicht mehr so mobil sind, bedauern. „Viele Anrather fahren seitdem nach Neersen oder sonst wohin. Das kann nicht unser Anspruch sein“, sagt Pakusch. Ziel sei es, möglichst schnell wieder einen Supermarkt nach Anrath zu holen, zur Not auch in eine Randlage, wenn es gar nicht anders geht, lieber aber an zentraler Stelle. „Die Verwaltung prüft derzeit alles“, sagt Pakusch. Auch die Idee, den großen Parkplatz an der Ecke Raiffeisenstraße/De-Mülder-Gasse zu überbauen, sei noch nicht vom Tisch. Wobei diese Variante planerisch eine Herausforderung wäre. Schließlich muss es weiterhin ausreichend Parkplätze geben – für Kunden des Supermarktes und für Besucher der nahegelegenen Innenstadt. „Bis Anfang 2019 möchte ich eine Entscheidung haben, an welcher Stelle sich ein Vollsortimenter ansiedeln könnte“, sagt Pakusch, betont aber, dass Politik und Verwaltung nur die Rahmenbedingungen schaffen können. Er sei aber zuversichtlich, dass sich ein Betreiber finde: „Gespräche laufen, Interesse haben alle.“

Hier möchte das Rote Kreuz ein Seniorenheim bauen. Notwendige Pläne hat es aber noch nicht geliefert. Foto: Norbert Prümen

Länger dürfte es wohl dauern, in Anrath weitere Neubaugebiete auszuweisen: „Das geht nicht von heute auf morgen“, sagt Pakusch. Er schlägt daher vor, zunächst zu schauen, wo es Lücken in der vorhandenen Bebauung gibt, die geschlossen werden können. „Anrathern, die bauen möchten, müssen wir eine Antwort geben können.“

Das Gebäude „Schwarzer Pfuhl“ in Neersen soll erhalten bleiben. Foto: Marc Schütz

Noch nicht beantwortet hat die Politik, wie Hausbesitzer in Anrath vor Hochwasser bei extrem starken Regenfällen geschützt werden können. Ende vergangenen Jahres hat der Stadtrat nach monatelangem Ringen das von Experten vorgeschlagene und von Verwaltung und SPD stark befürwortete Fremdwassersanierungskonzept abgelehnt. Es sei nicht wirklich sicher, ob diese aufwendige Maßnahme am Ende den gewünschten Erfolg bringe, argumentierten einige Politiker. Ein wichtiger Grund für die Ablehung dürfte aber auch gewesen sein, dass die Politiker es sich nicht mit den Bürgern verscherzen wollten. Denn auf einen Großteil der Anrather Hausbesitzer wären Kosten von bis zu 10.000 Euro und mehr zugekommen. Das Thema werde 2019 sicher wieder auf die Tagesordnung kommen, wenn der Nachfolger der Technischen Beigeordneten Martina Stall, Gregor Nachtwey, im Februar seine Stelle antrete, sagt Christian Pakusch. „Wir möchten die Belastungen dabei für den Bürger so gering wie möglich halten.“

In Neersen stockt es (mal wieder), was den Bau eines Seniorenheims an der Verresstraße/Rothweg angeht: Der DRK-Landesverband hatte von der Politik den Zuschlag erhalten, dort ein Pflege- und Seniorenheim in drei Vollgeschossen in einem L-förmigen Baukörper zu bauen; es sollen 45 stationäre Plätze in vier stationären Wohngruppen angeboten werden, elf Plätze als „solitäre Kurzzeitpflege“ sowie zwölf Plätze als ambulantes Angebot in der Tagespflege. Die Stadt habe bereits den „Brücke“-Bau abreißen lassen, der Kampfmittelräumdienst war an Ort und Stelle, ein Baustellenschild wurde aufgestellt. Aber: Einen Bebauungsplan konnte die Verwaltung noch nicht aufstellen, weil das Rote Kreuz die entsprechenden Pläne immer noch nicht eingereicht hat. Schon seit Monaten gibt es nach mehrmaligen Wechseln in der Geschäftsführung des DRK-Landesverbands nur Lippenbekenntnisse, aber keine Taten. „Das ärgert mich als Politiker. Es ist schlimm, den Bürgern sagen zu müssen, dass man nicht weiß, woran es liegt“, sagt Pakusch.

Handlungsfähiger ist man, was einen Umzug der Neersener Feuerwache angeht. Das Gebäude am Niersplank ist inzwischen zu klein. Geprüft werden laut Pakusch derzeit mehrere Grundstücke in Neersen, wohin die Wache ziehen könnte. Auch ein Gelände im Gewerbegebiet an der Virmondstraße ist im Gespräch. Entschieden sei aber noch nichts, sagt Pakusch.

Bauherren sollen in Neersen bald wieder Grundstücke angeboten werden: Das Bebauungsplanverfahren für das Neubaugebiet Am Bruch wurde jüngst auf den Weg gebracht. „Ende nächsten Jahres kann es dort losgehen“, schätzt Pakusch. Erschlossen werden soll das Gebiet über die Nell-Breuning- und die Bengdbruchstraße. In etwas fernerer Zukunft liegt ein Neubaugebiet auf beiden Seiten der Hauptstraße, von „Am Schwarzen Pfuhl“ bis zum Eickerweg beziehungsweise bis zum Vinhovenplatz. Die Planungen stehen ganz am Anfang. Fest steht laut Pakusch aber schon, dass die Schützen keine Verschlechterungen für ihr Schützenfest befürchten müssen. Und auch das Gebäude „Schwarzer Pfuhl“ soll erhalten bleiben. Es stehe zwar nicht unter Denkmalschutz, sei aber ortsbildprägend, sagt Pakusch. Dort werde es aber keine Gastronomie mehr geben, sondern Wohnungen.

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