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Im Neersener Schlosspark drehte sich alles um den Schnitt von Laubgehölzen

Kostenloser Kursus : Was beim Gehölzschnitt zu beachten ist

Im Neersener Schlosspark drehte sich alles um den Schnitt von Laubgehölzen. Die Stadt Willich hatte zu einem kostenlosen Gehölzschnittkursus eingeladen und vermittelte Fachwissen.

„Bevor man etwas pflanzt, sollte man sich immer im Klaren darüber sein, worum es sich genau handelt und wie es wächst. Eine gute Planung macht Gartenarbeit einfacher“, sagt Udo Hormes vom Geschäftsbereich Stadtplanung. Wer den niedlichen 30 Zentimeter hohen Kirschlorbeer direkt neben der Terrasse pflanzt, wird sich wundern, wie schnell der seine sechs oder sieben Meter erreicht und oberschenkeldicke Äste präsentiert, die geschnitten werden müssen. Stauden wie Scharfgarbe oder Margeriten neben einer Terrasse sind daher um ein Vielfaches leichter zu handhaben. Wenn aber geschnitten werden muss, dann richtig. Wie der fachliche und pflanzenverträgliche Gehölzschnitt ausgeführt wird, darüber informierte die Stadt Willich bei einem kostenlosen Gehölzschnittkursus im Neersener Schlosspark.

Udo Hormes vermittelte die Grundlagen für den Gehölzschnitt. Was für viele bislang unbekannt ist, ist die Tatsache, dass ein Schnitt um die beginnende Frühjahrszeit besser ist als ein Zurückschneiden im späten Herbst, wenn das Laub gefallen ist. „Die Gehölze können sich im Herbst weniger gut abschotten. Pilze und Bakterien können eindringen und machen den Pflanzen zu schaffen“, erklärt Udo Hormes. Im Frühjahr geht die Kallusbildung an einer Schnittfläche hingegen schneller voran. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Bäume wie Ahorn und Nussbaum als auch die Haselnuss sollten nicht mehr geschnitten werden, wenn der Saftfluss im Gange ist. Sie bluten zu stark.

Als einen Kardinalfehler bezeichnet es der Fachmann, wenn keine Rücksicht auf den jeweiligen Habitus einer Pflanze genommen wird. Wie man eine so genannte Besensituation an Gehölzen vermeidet, wie Obstgehölze in Form von Johannes- und Stachelbeersträuchern geschnitten werden sollen, damit Licht und Luft an die Pflanzen kommen und keine Verpilzung stattfindet, wo genau ein Schnitt angesetzt werden muss, was es mit Erziehungs- und Verjüngungsschnitten auf sich hat, wie ein korrektes Auf-Stock-Setzen aussieht – die Thematik Gehölzschnitt ist breit aufgestellt.

Wie bei allen Arbeiten im Garten kommt es auf das richtige Werkzeug und den korrekten Umgang damit an. Das macht Udo Hormes anhand der ausliegenden Gerätschaften klar. Eine Ambosschneide ist so für die Gartenarbeit wenig geeignet. Die Klinge schneidet durch das Holz und trifft auf der anderen Seite auf eine glatte Metalloberfläche, den Amboss, und diese Seite quetscht. Eine solche Quetschung verursacht Probleme. Es kommt zu einer Wundreaktion, und die behindert die Kallusbildung. Eine einseitige Astschere mit einer stabilen Klinge und einer abgerundeten Auflage ist wesentlich besser geeignet. Das gilt sowohl für den Bereich der Ast- als auch der Rosenscheren.

Wie eine Bügelsäge mit einer verstellbaren Klinge gehandhabt wird, was es mit einer Gärtnerhippe auf sich hat und dass eine Teleskopschere, bis zu 4,50 Meter ausziehbar, wunderbar zum Schneiden geeignet ist – die Teilnehmer erfahren nicht nur in der Theorie einiges über die Gerätschaften. Die Schneid- und Sägegeräte kommen in der Praxis zum Einsatz. Es geht in den Neersener Schlosspark. Praktisches Üben des soeben in der Theorie Gelernten ist angesagt. Unter fachlicher Anleitung darf jeder zum Schnitt schreiten. Was sich in der Theorie so einfach anhört, wirft in der Praxis noch manche Frage auf. Hat man die Astschere richtig angesetzt, oder wird der Schnitt zu schräg? War es der richtige Ast, oder hat man aus Versehen einen Haupttrieb erfasst? Die rund vierstündige Veranstaltung mit Theorie und Praxis kommt bei den 20 Teilnehmern bestens an, und jeder nimmt eine Menge Wissen für den heimischen Garten mit.