Stadt Willich: Idyllischer Weihnachtsmarkt am Schloss

Stadt Willich : Idyllischer Weihnachtsmarkt am Schloss

Der Neersener Weihnachtsmarkt feierte Jubiläum. Bei der 25. Auflage gab es auch einen Abschied. Ulrike Verhalen legte ihr Amt als Organisatorin in andere Hände. Ihre Nachfolgerinnen heißen Annette van den Brock und Melanie Schaath.

Im Glühweinzelt leuchten die Nikolausmützen, davor eine rote Jacke. Die ist seit 25 Jahren das Erkennungszeichen von Ulrike Verhalen. Als Organisatorin des Marktes, der stets am dritten Adventswochenende stattfindet, ist sie Ansprechpartnerin und die "Frau für alles". Doch damit ist jetzt Schluss: Ulrike Verhalen hat das Zepter an Annette van den Brock und deren Tochter Melanie Schaath abgegeben. Die gehören den veranstaltenden Sebastianus-Schützen an und assistieren seit zwei Jahren bei der Organisation. "Wir sind befördert worden", schmunzelte van den Brock bei der offiziellen Übergabe am Samstagabend im Schlosskeller.

Heute umfasst der Weihnachtsmarkt 70 Stände — vor 25 Jahren fing alles auf dem Parkplatz der Gaststätte Neukirchen klein an. Ausrichter war damals der Obst- und Gartenbauverein, zu dessen Vorstand Ulrike Verhalen zählte. Als Organisatorin erlebte sie 1993 den Umzug zum Schloss und 1997 den Ausrichterwechsel mit.

Ihr guter Geschmack wird bei der Auswahl der Marktbeschicker sichtbar: kein Kunsthandwerk ist doppelt vertreten, alles wirkt wertig und festlich-schön. Als "einzig politischer Stand" machte Gerda Poot aus Waldfeucht von sich reden. Damit spielte sie auf "Filz" an — aus Wolle schafft sie Hüte, Kragenwesten und schmucke Ohrringe.

Der "Experte für Krach, Holz und Säge" hieß Hugo Oostendorp aus Rees. Er schwang fünf Motorsägen im Wechsel und fertigte in beeindruckender Manier kleine Tannen, Sterne und Wichtel aus Eichenholz. Seit 15 Jahren "schnitzt" er so Dekoration für innen und außen. Das Virmondsche Schloss im Miniaturformat hatte Werner Elsen als Motiv eines Schwippbogens laubgesägt. 40 Arbeitsstunden benötigt er dafür, fertigt auch andere lokale Motive wie die Kapelle Klein Jerusalem oder die Schiefbahner Pfarrkirche. Kleine Lämpchen setzen die Kunstwerke ins rechte Licht.

Bei "Selfkant-Krippen" gab's vom Korb über den Weidenrutenzaun bis zum Kupferkessel alles. Die Christkinder lagerten allerdings bruchgeschützt und waren "besonders warm verpackt". Viel zu tun hatte Nikolaus Jürgen Leipertz, der für die Kinder kleine Geschenke dabei hatte und ihre Wünsche entgegennahm.

Freundliche Worte verteilte auch Lore Frehn, Vorsitzende der Neersener Pfarr-Caritas im Zelt. Dort verkauften ihr Team und sie Zusammengetragenes und Gesammeltes. Ein Teilerlös des Weihnachtsmarktes — aus Standgebühren plus Spenden — kommt sozial Schwachen zugute: zehn 30-Euro-Gutscheine. "Bedürftige Neersener sind das, also Alleinerziehende, kinderreiche Familien oder Senioren mit dürftiger Rente", sagt Lore Frehn.

Den passenden Weihnachtsbaum gab's bei Garten Brock, während die achtjährige Sarah beim Willicher Naturschutzbund (Nabu) eine Vogelfutterstation baute: "Die hänge ich in unseren Apfelbaum", verriet das Mädchen aus Niederkrüchten.

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(RP)