Sauberkeit in Willich GBW-Chef Elsner will Willich noch sauberer machen

Willich · Bei unserer großen Leserumfrage zur Heimatliebe erhielt der gesamte Bereich der gemeinsamen Ausgabe aus Krefeld, Kempen, Willich, Tönisvorst und Grefrath mäßige Noten für Sauberkeit. Wie es mit der Sauberkeit in Willich aussieht.

 Eine Kehrmaschine in Willich. Auch die Reinigung der Straßen, Geh- und Radwege ist eine wichtige Aufgabe der GBW.

Eine Kehrmaschine in Willich. Auch die Reinigung der Straßen, Geh- und Radwege ist eine wichtige Aufgabe der GBW.

Foto: Norbert Prümen

Sauberkeit ist ein großer Faktor, damit sich Bürger in einer Stadt wohlfühlen. In Willich ist der neue Hauptverantwortliche für dieses Thema Thomas Elsner. Seit dem 1. Mai ist er Leiter der Gemeinschaftsbetriebe Willich (GBW), wird aber erst in der nächsten Ratssitzung formal bestellt. Nach gut einem Monat im Job hat er aber schon eine gute Übersicht und sagt selbstbewusst: „Die Sauberkeit in Willich ist gut.“

Dafür arbeite er mit seinem Team auch hart. „Ich denke, es ist eine Einstellungssache. Generell muss man natürlich sagen: Straßenreinigung, Abfallentsorgung und dergleichen sind Berufe, die vielleicht nicht auf den ersten Blick hoch angesehen sind. Aber man muss sich bewusst machen, dass man hier einen ganz wichtigen Dienst für die Allgemeinheit erledigt. Mit diesem Gedanken kann man den Beruf mit viel Stolz und Engagement ausfüllen. Das spüre ich jeden Tag“, sagt er.

Wichtig ist ihm, dass nicht Dienst nach Vorschrift gemacht wird. „Generell geht es darum, die Augen auch links und rechts zu haben und nicht nur in zwei Meter Umkreis einer Mülltonne für Sauberkeit zu sorgen. Das ist aber generell ein Geist, den ich bei der Willicher Stadtverwaltung erlebe“, betont er.

Eine wichtige Hilfe sei aber auch der Bürger. „Wir haben ja überall die Schilder an den Zugangsstraßen, auf denen ,Willi Wisch‘ dafür wirbt, die Stadt sauber zu halten. Das ist auch durchaus erfolgreich. Außerdem gibt es den Mängelmelder, mit dem Bürgerinnen und Bürger Missstände ganz niederschwellig anzeigen können, und wir beheben sie dann“, sagt er.

Letzteres ist aber noch ausbaufähig, wie Bürgermeister Christian Pakusch (CDU) betont. „Wir hatten im vergangenen Jahr insgesamt 244 Meldungen, davon betrafen mit 132 gut die Hälfte Müll. Wir würden uns noch weit mehr Feedback aus der Bürgerschaft wünschen, denn klar ist: Wir können nicht überall sein und brauchen hier auch Hinweise. Auch arbeiten wir aktuell daran, künftig noch niederschwelliger zu werden. Ich kann nur sehr für den Mängelmelder auf unserer Homepage werben und verspreche: Wir leiten alles zuverlässig an die zuständigen Stellen weiter“, betont er.

Auch Elsner schwört auf die Möglichkeit. „Wir nehmen wirklich jede Meldung entgegen, auch wenn wir nicht zuständig sind. Ist zum Beispiel etwas unmittelbar vor der Ortsgrenze verschmutzt oder kaputt, beheben wir das zwar im Normalfall nicht selbst, leiten aber die Meldung an die entsprechenden Stellen, zum Beispiel bei Straßen NRW, weiter. Es ist ja auch sozusagen das Zugangstor zu Willich“, sagt er.

Generelle Sauberkeit sei ein großes, aber schwer zu erreichendes Ziel. „Wichtig ist, dass man keine Müllecken entstehen lässt, denn wo Müll liegt, wird es schnell mehr. Leute werfen ihr Zeug noch oben drauf“, sagt er. Dafür gebe es neuralgische Punkte. „Besonders kritisch sind hier auch sozial unkontrollierte Ecken. Klassisches Beispiel sind Autobahnauf- und -abfahrten. Viele Menschen scheren sich leider weder um Gesetze noch um die Gesellschaft und werfen ihren Müll aus dem Fenster. Hier ist es schwierig, entgegen zu wirken“, sagt er.

Sehr zufrieden ist Elsner aber mit dem Wertstoffhof. „Klar, es gibt mal Probleme, wie aktuell mit dem Elektroschrott. Da kann ich den Ärger der Bürger verstehen. Aber meine Mitarbeiter haben die Probleme nicht zu verantworten. Generell läuft es hier sehr gut. Wir haben auch eine Art Laufzettel eingeführt. Die erhält der Bürger bei der Zufahrt, und es steht bei allem, was er dabei hat, drauf, wo es hinzuwerfen ist. So wird Falschbefüllung vermieden, und die Bürger fühlen sich sicherer“, sagt er. Das Konzept habe sich bewährt und solle fortgeführt werden.

„Generell wollen wir die Nutzung des Wertstoffhofes so bequem und auch günstig wie möglich machen. Denn hier wird alles so angenommen, dass es gut weiterverarbeitet werden kann, und es ist für den Bürger natürlich total legal. Es ist die absolut beste Möglichkeit, Müll über die Hausmülltonne hinaus loszuwerden“, sagt er. Und der Sauberkeit in der Stadt tut es gut, denn wilde Müllkippen sind für diese das wohl größte Problem.