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Stadt Willich: Handwerker als Detektive

Stadt Willich : Handwerker als Detektive

Verstecktes Verbesserungs- und Einsparpotenzial aufspüren: Die Kreishandwerkerschaften und Arbeitsagenturen zeigten Handwerkern, wie sie ihre Betriebe effizienter aufstellen können und welche Förderprogramme es gibt.

Wie können Handwerker ihre Werkstätten und Betriebe an die Ansprüche der heutigen Zeit anpassen und welche staatlichen Förderprogramme gibt es dafür? Tipps darüber bekamen Selbständige und Unternehmer in der Willicher Lehrwerkstatt der Maler- und Lackierinnung. Vertreter von Kreishandwerkerschaften und Arbeitsagenturen informierten sie.

Mit Checkliste durch Tischlerei

Die "Potenzialberatung" kann gerade für kleine und mittlere Unternehmen eine Möglichkeit sein, um erfolgreicher zu arbeiten. Das machte Martin Lutz von der Regionalagentur Mittlerer Niederrhein deutlich. Dabei durchleuchten externe Unternehmensberater die Unternehmen, zeigen versteckte Potentiale, Stärken und Schwächen auf. Hierfür werden für 15 Beratungstage von Geldern des Europäischen Sozialfonds 50 Prozent der Kosten bezuschusst, maximal 500 Euro für eine Beratung.

"Hört sich total kompliziert an, war aber einfach", berichtete Ralf Hoppen, der in Mönchengladbach eine Innenausbau GmbH betreibt, aus der Praxis. "Wir haben zunächst mit der Video-Kamera alles aufgenommen und dann mit Berater und Mitarbeitern nach Verbesserungen gesucht", schilderte Hoppen. Ergebnis: Durch klare Spielregeln und Rituale, bessere Maschinenstandorte und eine übersichtliche Lagerung der Werkzeuge arbeite das Unternehmen nun viel effizienter. "Hört sich sehr interessant an", erzählte Kurt Kaufmann (42), der mit zehn Beschäftigten eine Tischlerei in Grevenbroich betreibt: "Auf meinen Schreibtisch war immer das große Chaos." Der Kleinunternehmer fing mit einer täglichen Checkliste an, arbeitete Schritt für Schritt seine Aufträge und Kundenbesuche ab: "Alleine dadurch habe ich mindestens eine Stunde pro Tag gewonnen."

"Auch den vermeintlich Besten tut eine Beratung gut", nannte Claudia Schulte von der Handwerkskammer Düsseldorf die breite Palette der Beratungsmöglichkeiten, die vorgestellt wurden. Für die Kammer arbeiten unter anderem elf betriebswissenschaftliche Berater, weitere Experten bei Standort-, Marketing- oder Finanzierungsfragen. "Wir reden Tacheles, müssen manchmal den Unternehmen auch unangenehme Wahrheiten sagen."

In Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise sprach Helene Antheck von der Mönchengladbacher Arbeitsagentur über das konjunkturelle Kurzarbeitergeld, das Betriebe beantragen können: "Unser Ziel ist es dabei, Arbeitsplätze zu erhalten." Auch Weiterbildungen seien so finanzierbar. Für weitere Maßnahmen stehen ebenfalls Fördertöpfe bereit. So soll auch die "Zukunfts-Initiative Handwerk Nordrhein-Westfalen" die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe stärken und neue Dienstleistungen und Märkte erschließen. "Wir müssen was tun und den Betrieb modernisieren", hat auch Margarete Scheeres von einem Mönchengladbacher Malerbetrieb die Zeichen der Zeit erkannt. Frage des Tages

(RP)