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Stadt Willich: Händel bringt Licht ins Dunkel

Stadt Willich : Händel bringt Licht ins Dunkel

Barock-Komponist Georg Friedrich Händel steht im Mittelpunkt der Willicher Kirchenmusikwoche. Das Organisationsteam um Kreiskantor Klaus-Peter Pfeifer verspricht experimentelle Überraschungen bis Jazz und Pop.

Mehr als 25 Oratorien hinterließ Komponist Georg Friedrich Händel, als er vor 250 Jahren starb, unter anderen auch "Samson". Bei der diesjährigen Willicher Kirchenmusikwoche stehen die Oratorien von Händel im Mittelpunkt. Kreiskantor Klaus-Peter Pfeifer setzt auch beim elften Mal der alle zwei Jahre stattfindenden Reihe auf die Vielfalt. Neun Veranstaltungen illuminieren mit teilweise experimentellen und überraschenden Ansätzen das übergreifende Thema: Licht im Dunkel.

Rockiges Oratorium

Am kommenden Freitag, 18 Uhr, referiert Professor Jürgen Ebach von der Uni Bochum in der Friedenskirche über "Gott und Gewalt in der Bibel". Der Alttestamentler bereitet so das Feld für das Eröffnungskonzert mit Händels Oratorium "Samson" am 13. November (20 Uhr). Wegen der Renovierung in St. Katharina findet die Aufführung für Soli, Chor und Orchester in der Anrather Pfarrkirche St. Johannes Baptist statt. Burkhard Steffen, Leiter des evangelischen Anrather Kirchenchores und ehemaliger Organist der katholischen Kirche, setzte sich erfolgreich für den Aufführungsort ein und verspricht den Besuchern eine sehr gute Akustik.

Beim Konzert singt er in der hinteren Reihe der Bassstimmen mit den rund 100 Sängerinnen und Sängern der Emmaus Kantorei im Zusammenschluss mit dem Willicher Musikprojekt. Die teuren Karten im Mittelschiff sind bereits ausverkauft. Das freut natürlich Jürgen Loechert, den Vorsitzenden des Fördervereins Willicher MusikProjekt. Er betont, dass aber auch die Seitenschiffe dank einer Live-Übertragung auf Großleinwände sehr gute Sichtverhältnisse bieten würden. Zudem werde eine Anrather Lichtfirma von außen für angenehmen Beleuchtung sorgen.

In Münster hörte Klaus-Peter Pfeifer "eine Gruppe von vier bezaubernden Damen", die sich wegen der Interpretation jüdischer Kompositionen nach deren Verfasser "Mendels Töchter" nennen. "Da wir ökumenisch ausgerichtet sind, nehmen wir den jüdischen Aspekt mit rein", kündigt der Kirchenmusiker den Auftritt der Musikerinnen als eine weitere Facette an.

Marcell Feldberg will am 17. November, 19.30 Uhr, in St. Hubertus Schiefbahn an der Orgel musikalische "Be-Lichtungen" erschaffen und sich der Frage stellen, "wie Licht zu hören ist".

Nach einer musikalischen Taizé-Andacht, der Filmvorführung "Young@heart", der Prozession sowie dem Cäcilienfest trifft beim Abschlusskonzert dann am Sonntag, 22. November, 18 Uhr, Händels Musik auf eine sehr überraschende und moderne Klangsprache: Das Rockoratorium "Eversmiling Liberty" greift in der evangelischen Auferstehungskirche Willich mit Jazz- und Popelementen auf Händels "Judas Maccabäus" zurück.

Frage des Tages

(RP)