Stadt Willich: Gute Geschäfte ohne Geld

Stadt Willich: Gute Geschäfte ohne Geld

Bei der zweiten Auflage des Willicher Marktplatzes kamen im November 29 Unternehmen und 30 gemeinnützige Einrichtungen zusammen. Viele der gegenseitigen Hilfsleistungen sind inzwischen ausgetauscht worden.

Am Anfang war die Frage "Wie läuft das ab, und wie können wir einen Nutzen für die Tiere rausholen?" Das fragte sich Nadine Joosten. Die Vorsitzende des Vereins "Tierschutz für Willich" wusste nicht, was auf sie zukommt, als sie im November vergangenen Jahres mit ihrem Vereinskollegen Lothar Gunther erstmals am Willicher Marktplatz teilnahm.

Ziel der Veranstaltung sind Vereinbarungen und Kooperationen, die ohne Geld funktionieren. Beide Parteien bringen sich ohne finanzielle Hintergedanken mit Manpower, Wissen, Material oder Ideen ein, so dass allen Beteiligten geholfen wird.

Heim für wildlebende Katzen

Der Verein "Tierschutz für Willich" hat rund hundert Mitglieder und existiert seit elf Jahren. Die Willicher geben schnelle Hilfe bei Problemen mit Tieren vor Ort, kümmern sich um Tiere in Not und setzen sich für die Kastration wildlebender Katzen ein. "Deren Vermehrung muss verringert werden", sagt Nadine Joosten. Und diese Tiere müssen irgendwo leben oder unterkommen. Also kamen die Tierschützer auf die Idee, Katzenhäuser zu bauen — aber woraus?

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"Beim Willicher Marktplatz stießen wir auf einen Zimmermann und einen Dachdeckermeister. Sie gaben uns das nötige Material, und wir geben ihnen dafür Informationen in Sachen Tierschutz", erzählt Joosten. Josef Kothen lieferte Kanthölzer für den Bau von "Katzenhäusern", Roland Samanns brachte sich mit Holzresten und Dachabdichtungsmaterial ein. Damit entstanden bereits erste Katzenhäuser, die äußerst stabil sind und die den Tieren bei Krankheit oder schlechtem Wetter Schutz geben.

Das Fazit zum Willicher Marktplatz fällt aus Sicht der Tierschützer entsprechend positiv aus: "Das war eine tolle Sache für uns", sagt Lothar Gunther. Für den Bau weiterer Katzenhäuser hat der Jugendtreff "Karo 11" bereits Hilfe zugesagt: "Da betätigen sich die Jugendlichen handwerklich und werden vielleicht auch auf das Thema Tierschutz aufmerksam", hofft Nadine Joosten.

Andere Einrichtung, andere Vereinbarung: Das physiotherapeutische Team von "Fysio Frings" in Schiefbahn sagte gleich fünf Mal seine Hilfe zu. "Drei von fünf Projekten sind bereits abgeschlossen", freut sich Inhaber Marcel Frings. Beispielsweise bekommen seine Mitarbeiter und er von der Willicher Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) Erste Hilfe-Kurse gratis und erhalten im Gegenzug Gesundheitsvorträge zum Thema Rückenschule, Entspannung und Prävention.

"Der Marktplatz ist für alle eine Chance", meint auch Beate Kreuer, Ausbildungsleiterin bei der Willicher DLRG. Dennoch fehlt bis heute ein Materiallager, am besten eine Garage. "Da sind wir weiter auf der Suche", sagt Kreuer. Wer helfen kann, meldet sich bei Beate Kreuer unter Tel. 02154 6065850.

(RP)