Grundschulkinder wollen zu viel Plastik vermeiden

Schiefbahn : Grundschulkinder wollen zu viel Plastik vermeiden

Die Schüler der Garten-AG der Astrid-Lindgren-Grundschule setzen sich für ein plastikfreies Frühstück ein.

„Wir müssen für unsere Zukunft handeln. Wenn wir uns auf die Erwachsenen verlassen, ist es zu spät. Die Erwachsenen machen ganz große Pläne, handeln aber zu spät oder gar nicht “, sagt Justus. Man müsse klein anfangen und groß enden, schließt sich Benni an. „Bis die Politik eine Lösung gefunden hat, vergeht zu viel Zeit. Wir müssen was tun, sonst wird das nie was“, bemerkt Lara. Und Handeln haben sich die 20 Dritt- und Viertklässler der Garten AG der Astrid-Lindgren-Schule auf ihre Fahnen geschrieben. Sie wollen sich für ein plastikfreies Frühstück an ihrer Grundschule einsetzen.

Dafür haben sie ein Drehbuch geschrieben und mit den schuleigenen I-Pads einen vierminütigen Film zum Thema Plastikmüll, dessen Folgen und dem Vermeiden von ebensolchen Müll gedreht. Den Film stellten sie jetzt im Rahmen einer erstmalig einberufenen Vollversammlung allen Schülern, Lehrern, Erziehern und dem Hausmeister vor.

Müll wird schon lange an der Astrid-Lindgren-Schule getrennt. Aber das ist den Kindern der Garten-AG nicht genug. Sie sammelten den anfallenden Frühstücksmüll in Form von Joghurt- und Puddingbechern, Quetschbeuteln, diversen Frühstücksriegelpackungen und Fruchtgetränken in Mini-Verpackungen. Aus dem Restmüll erstellten sie eine Collage unter dem Titel „So nicht“. Die Idee eines plastikfreien Frühstückes entstand, bei dem Butterbrote sowie Obst- und Gemüsestücke frisch und in wiederverwertbaren Behältnissen verpackt, mit zum Frühstück gebracht werden.

Einmal in der Woche gibt es in der Grundschule bereits das vom Förderverein initiierte schulgesunde Frühstück, bei dem in der Schule frisch zubereitete Brote und kleingeschnittenes Obst als auch Gemüse, auf Platten angerichtet und auf Rollwagen gepackt, in die Klassen gebracht werden. Ein Frühstück ohne Müll, wie er ansonsten, sichtbar an der Collage, anfällt. „Wir sind auf einem guten Weg. Sehr wichtig ist es natürlich, die Eltern mit ins Boot zu holen. Es geht nicht darum von heute auf morgen alles umzudrehen, sondern in kleinen Schritten Dinge anzugehen und zu ändern“, sagt Christa Röhrscheid, die die Garten-AG federführend betreut.

  „Die Nachhaltigkeit ist eine Säule unseres Schulprogramms. Die Kinder lernen selbst aktiv zu werden und erkennen, dass sie etwas bewegen können, wenn sie sich selber bewegen. Das stärkt das Selbstbewusstsein“, sagt Schulleiterin Cerstin Pelz.

Die Astrid-Lindgren Schule, die selber in der praktischen Umsetzung handlungsorientiert und immer forschend arbeitet, nimmt so auch am Projekt „Schule der Zukunft“ vom Schul- und Umweltministerium NRW teil und hat bereits viel in Sachen Bildung für nachhaltige Entwicklung und Erziehung umgesetzt. Der aktuelle Film über das plastikfreie Frühstück hinterließ bei allen Zuschauern den Wunsch nach Umsetzung. Nun sind alle gefragt, dies in die Realität umzusetzen.

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