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Stadt Willich: Große Sorge bei Autohändlern

Stadt Willich : Große Sorge bei Autohändlern

Trotz oder gerade wegen der Aussetzung der Kfz-Steuer für Neuwagen sehen die Willicher Branchenvertreter unsicheren Zeiten entgegen. Die Zurückhaltung der Kunden spüren sie deutlich – und vermissen Hilfe vom Staat.

Seit Wochen beherrscht die Finanzkrise die Schlagzeilen. Doch was zunächst nach einer vor allem amerikanische Banken betreffenden Pleitewelle aussah, ist längst in der deutschen Wirtschaft angekommen. Besonders betroffen: die Autoindustrie. Eilig hat die Bundesregierung deshalb beschlossen, die Kfz-Steuer für Neuwagen im ersten Jahr zu erlassen. Doch ob das hilft, den Umsatz der Händler anzukurbeln, daran haben die Unternehmer in Willich erhebliche Zweifel. „Dieser Steuererlass ist doch Augenwischerei und bringt überhaupt nichts. Die Leute sind zutiefst verunsichert und halten ihr Geld fest“, sagt Manfred Glasmacher vom gleichnamigen Autohaus.

Die Zurückhaltung der Kunden macht ihm schwer zu schaffen. „Im Moment ist es wirklich hart. Vom Staat erwarte ich auch keine Hilfe. Wahrscheinlich muss ich noch günstigere Autos einkaufen und anbieten“, so der Händler frustriert.

„Immer mehr Bürokratie“

Bei seiner Kollegin Katarina Bürger, Inhaberin des Autohauses Ford Bürger, ist die Laune nicht besser. „Natürlich leiden wir unter der Krise und bräuchten Unterstützung, ähnlich wie die Banken. Aber was bekommen wir stattdessen? Immer mehr Bürokratie und Vorschriften wie diese dämliche Umweltplakette. Dann bringt uns nicht weiter“, schimpft sie. Vom Steuererlassfür Neuwagen verspricht sie sich keine Vorteile. „Das ist höchstens ein Mitnahmeeffekt. Deswegen kauft sich niemand ein neues Auto.“

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Ganz so kalt lässt Autohändler Peter Tillmanns die Steuerbefreiung nicht. „Ich finde es einfach ungerecht, dass für einen Gebrauchtwagen, der ebenfalls die Abgasnorm der Europäischen Union erfüllt, Steuern bezahlt werden müssen. Das verzerrt doch den Wettbewerb.“ Allerdings bringe es der Branche nichts, dass sich die Händler einsam ihrem Schicksal ergeben, wenn auch widerwillig. „Der Zentralverband der Gebrauchtwagenhändler sollte sich aufraffen und gewisse Forderungen an den Staat stellen. Zum Beispiel die, das bei Neu- und Gebrauchtwagen kein Unterschied gemacht werden sollte“, so Tillmanns.

Im Moment muss er sich aber mit der Misere abfinden. Erfolg versprechen lediglich Kleinwagen, die nicht mehr als acht Liter pro 100 Kilometer verbrauchen. „Ich hoffe, dass wir damit einigermaßen heil durch diese Krise kommen werden.“ Auch seinen Willicher Mitbewerbern bleibt nicht viel mehr als die Hoffnung auf bessere Zeiten. Groß ist sie allerdings derzeit nicht. „Es sieht für unsere Branche eher schlecht aus“, fasst Manfred Glasmacher die Zukunftsperspektive der Autohändler nüchtern zusammen. Frage des Tages

(RP)