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Tönisvorst: Große Lösung für Laschenhütte

Tönisvorst : Große Lösung für Laschenhütte

In der Laschenhütte, auf dem Stück zwischen den Straßen Feldburgweg und Laschenhütte, werden neue Baugrundstücke ausgewiesen. Der Rat der Stadt Tönisvorst votierte mehrheitlich für die große Variante.

Nach etlichen Bürgerversammlungen, Informationsgesprächen und teils heftigem Schlagabtausch zwischen Gegnern und Befürwortern beendete der Rat der Stadt Tönisvorst jetzt die Diskussion um das Baugebiet TÖ-35. Mit 22 Ja- und 14 Neinstimmen stimmte der Rat für eine Bebauung der Laschenhütte..

Bis zu 35 Häuser dürfen in dem Gebiet, das zurzeit hauptsächlich als Pferdekoppel genutzt wird, gebaut werden. Die Grundstücke müssen mindestens 500 Quadratmeter groß sein. Maximal zwei Wohneinheiten dürfen pro Grundstück entstehen. Die größten Grundstücke umfassen 900 Quadratmeter. Diese aufgelockerte Bauweise soll verhindern, dass der ländliche Charakter der Laschenhütte verloren geht — eine der Sorgen, die die Anwohner immer wieder vorgebracht hatten. Erschlossen werden soll das Neubaugebiet über die Straße Laschenhütte. Eventuell wird es eine Ausfahrtstraße über den Feldburgweg geben.

Bis zuletzt war kontrovers über das Neubaugebiet diskutiert worden. Im jüngsten Planungsausschuss hatte Christiane Tille-Gander von der CDU sich für eine sogenannte Lückenbebauung mit privater Erschließung ausgesprochen. Herbert Derksen von der GUT prophezeite gravierende Verkehrsprobleme, die 35 neue Häuser mit sich brächten.

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War die Abstimmung im Planungsausschuss noch denkbar knapp mit sieben Ja- und sechs Gegenstimmen ausgegangen, fiel das Ergebnis im Rat eindeutig aus. Bis zuletzt sprach sich der Großteil der CDU-Ratsvertreter bei der namentlichen Abstimmung gegen das Baugebiet aus, ebenso wie die GUT. Die Vertreter der Fraktionen SPD, Grüne, FDP und die Mehrheit der UWT votierten dafür.

"Wir sollten die Sache jetzt sauber zu Ende bringen", appellierte Hans Joachim Kremser (SPD), Vorsitzender des Planungssauschusses. Es habe in der Diskussion um dieses Baugebiet in jüngster Vergangenheit einige Ausreißer gegeben, die nicht tolerierbar seien, wie persönliche Angriffe gegen Politiker und Investoren. Nun habe sich aber eine Mehrheit gefunden und das solle akzeptiert werden. Tatsächlich hatten es nicht nur verbale Angriffe gegeben. Bei der Kommunalaufsicht war eine Beschwerde gegen die Stadt eingegangen. Seitdem habe die Verwaltung die Bescheinigung, dass sie "äußerst sensibel" und rechtlich korrekt vorgegangen sei, wie Bürgermeister Thomas Goßen sagte. Der Bürgermeister hatte als einziges CDU-Mitglied für den Bebauungsplan gestimmt.

Für sein Vorgehen in der Sache bekam Goßen unerwartet viel Lob von Horst von Brechan, ehemaliger CDU-Fraktionsvorsitzender. "Es gibt Städte, die Gewerbegebiete wegen drei Kröten fallen lassen, Sie haben sich gegen ganz andere Widerstände für die Sache stark gemacht — Kompliment." Frage des Tages

(WS03)