Glasfaser für 1200 Haushalte in Neersen

Schnelles Internet: Teilerfolg für Neersener Glasfaser-Initiative

Die Firma Deutsche Glasfaser will ab Herbst 1200 Haushalte mit der modernen Technik versorgen. Eine Bürgerinitiative hatte in den vergangenen Wochen die Werbetrommel gerührt.

Es ist zwar noch kein Etappensieg, aber ein erster wichtiger Teilerfolg, den die Initiative „Pro Glasfaser Willich“ mit ihrem Slogan „Wir ziehen an einem Strang“ erreicht hat. Am Freitag gab nämlich im Ramshof Nicole Holländer von der Regionalleitung der „Deutschen Glasfaser“ bekannt, dass man voraussichtlich noch vor den Sommerferien mit der Verlegung der ersten Glasfaserkabel in Neersen beginnen werde. Allerdings, schränkte sie ein, sei trotz Verlängerung der Fristen ein flächendeckender Ausbau in Neersen noch nicht erreicht worden. Die Deutsche Glasfaser habe sich daher entschieden, mit einem ersten Teil­ausbau bald zu beginnen und diesen womöglich, wenn alles planmäßig laufe, bis zum Herbst dieses Jahres abzuschließen.

Etwa 2500 infrage kommende Haushalte gibt es in dem kleinsten Willicher Stadtteil. In einem Teilgebiet, größtenteils im Norden, sei nunmehr die notwendige 40-Prozent-Quote erreicht und sogar etwas überschritten worden. Dieses erste Gebiet umfasse etwa 1200 Haushalte. Im östlichen Teil, darin befinden sich auch das Schloss, die Vinhovenschule oder die Kindertagesstätte an der Pappelallee, betrage die Quote bislang aber nur 26 Prozent, so dass man diesen Bereich leider noch zurückstellen müsse. Hin zu einer für Neersen flächendeckenden Versorgung fehlen noch exakt 139 Verträge.

Vertreter von Bürgerinitiative, Politik und der Firma Deutsche Glasfaser gaben im Ramshof die Neuigkeiten bekannt. Foto: JA/Kaiser, Wolfgang (wka)

Zum kurzfristig einberufenen Pressespräch waren neben Vertretern der Deutschen Glasfaser und einem Vertriebspartner weitere Befürworter der neuen und modernen Technologie für schnelles Internet erschienen, darunter die Kommunalpolitiker Christian Pakusch (CDU), Detlev Nicola (Für Willich) und Ralf Klein (FDP). Die Bürgerinitiative war durch Christian Kuschner, Peter Mackes, den Ramshof-Küchenchef Matthias Stieger und durch den Versicherungsmakler René Stieger vertreten. Diese Initiative hatte in den vergangenen Monaten einiges in den sozialen Medien und bei Bürgerrunden in Bewegung gesetzt, um über diese moderne Technologie aufzuklären, und auf dem Neersener Wochenmarkt gestanden, um dafür Werbung zu machen.

„Es war ein denkbar schwieriger Start“, erinnerte IT-Experte Peter Mackes (57) an die Anfänge, als nur etwa sieben Prozent einen entsprechenden Vorvertrag abschließen wollten. Angetan und beeindruckt war Peter Mackes davon, dass die Initiative dann zahlreiche Unterstützer gefunden hatte. Schützen der beiden Vereine und Bruderschaften waren ebenso darunter wie Niersia-Fußballer oder MdB Uwe Schummer.

„Wir werden jetzt noch mehr Vollgas geben und weitere Überzeugungsarbeit leisten“, sagte Mackes und wies darauf hin, dass die Deutsche Glasfaser in einem Service-Punkt in Neersen, Hauptstraße 107, weitere Auskünfte erteile, jeweils mittwochs zwischen 16 und 19 Uhr.

Mackes freut sich, „dass wir viele überzeugen konnten und dass wir bald kommunikativ und informativ nicht mehr auf einer Landstraße, sondern auf einer Autobahn unterwegs sein werden.“ Hocherfreut war er darüber, dass die neue Technik bald Neersen erreiche, dass andere vor dem ersten Spatenstich noch zu den gleichen Voraussetzungen – kostenlose Anschlussverlegung und Montage – aufspringen können und dass nur noch 139 Verträge bis zur flächendeckenden Versorgung Neersens fehlen. Was Mackes nicht so gut gefiel: „Ich hätte mir von der Stadtverwaltung, was grundsätzlich ihr Statement zu den Vorteilen dieser neuen Technologie anging, eine größere und tatkräftigere Unterstützung gewünscht“ – und sein weiterer Kommentar: „Noch ziehen wir nämlich nicht alle an einem Strang.“

Wie gesagt, die Bereitschaft der Deutschen Glasfaser für den zweiten Teilausbau ist vorhanden. Bezogen auf ganz Neersen liegt die Quote bislang bei 32 Prozent. Daher habe man sich erst einmal, so Nicole Holländer, für die Aufteilung der Gebiete entschieden. Weiterhin könne man sich anmelden. Während der Planungsphase könnte dann noch der fehlende Teil mit erschlossen werden. „Enorm, was die Initiative bislang in Bewegung gesetzt hat“, sagte Holländer. Und die Initiative macht weiter, will auch Bürger in anderen Stadtteilen überzeugen – beispielsweise in Niederheide oder in Wekeln-Ost. Dort fehlen nämlich auch nicht mehr viele Verträge, um die 40-Prozent-Quota zu erreichen.

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