1. NRW
  2. Städte
  3. Willich

Stadt Willich: Geschichte mit Trabi und Käfer

Stadt Willich : Geschichte mit Trabi und Käfer

Die Robert Schuman Europaschule in Willich bringt zurzeit ihren Schülern die Geschichte der deutschen Teilung und des Mauerfalls mit einer Ausstellung nahe. Unter den Exponaten sind ein Trabant und ein VW-Käfer.

"Voll cool", dem Kommentar von Christian Kochhan (19) kann sich sein Mitschüler, Ümit Vardar (20) aus der Stufe 13 der Robert Schuman Europaschule nur anschließen. Die beiden stehen völlig fasziniert vor einem weißen Trabi, der im Forum der Schule steht. Christian öffnet die Türen. "Bitte einsteigen", lacht er und zwängt sich auf den Beifahrersitz, während Ümit auf dem Fahrersitz Platz nimmt.

Geschichte einmal praktisch. Anlässlich des Jubiläums 20 Jahre Mauerfall hat die Arbeitsgruppe der Fachkonferenz Geschichte in mühevoller Kleinarbeit eine etwas andere Ausstellung zu dem Ereignis vor 20 Jahren zusammengestellt. Bundesrepublik Deutschland und DDR gibt es zum Anfassen. Ende der Sommerferien setzten sich die Geschichtslehrer Christoph Riedl, Markus Gather, Frank Echterhoff, Heidi Heeger und Michael Wanko zusammen und entwickelten die aktuelle Ausstellung, in deren Mittelpunkt ein Trabant als Wahrzeichen der DDR und ein VW-Käfer als Wahrzeichen der Bundesrepublik stehen.

"Uns ging es darum, den Schülern lebensnah dieses Stück Geschichte näher zu bringen", erklärt Riedl. Das Forum wurde kurzerhand in eine Hälfte DDR und eine Hälfte Bundesrepublik per weißer Pappkartonmauer geteilt, wobei Infos verraten, wie lang und hoch die Mauer war. Zudem gibt es jede Menge Fotos vom Mauerbau, dem fertigen Bauwerk und Ansichten der beiden Seiten.

"Das ist schon komisch. Ich kann mir das gar nicht so richtig vorstellen", meint Annika (13 Jahre), die die Ausstellung gerade mit ihrem Geschichtskurs besucht. In kleinen Gruppen stehen die Schüler staunend vor den Schauvitrinen. "Nehmt das mal in die Hand", fordert Gather eine Schülerbesuchergruppe auf und drückt dem ersten ein gräulich, schwer aussehendes Sieb in die Hand. "Total leicht", lautet die Bemerkung. Gather erklärt, wie sparsam mit dem Material umgegangen wurde, selbst bei der Herstellung von Küchensieben.

Auch dass DDR-Bürger auf einen Trabi zehn bis zwölf Jahre warten mussten, stößt auf vielseitiges Kopfschütteln. "Das verstehe ich nicht", meint Mona und damit steht die 14-Jährige nicht alleine da. Eins ist klar, die lebensnahe Ausstellung kommt bei den Schülern bestens an und ein jeder nimmt reichlich Geschichte zu 20 Jahre Mauerfall mit. Die Ausstellung ist übrigens noch bis zum 13. November im Forum der Willicher Gesamtschule zu sehen.

(RP)