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Stadt Willich: Gesamtschule mit Dependance

Stadt Willich : Gesamtschule mit Dependance

Morgen diskutiert der Schulausschuss erneut über die zweite Gesamtschule in der Stadt Willich. Die Verwaltung hat dem Ausschuss ihre Empfehlungen vorgelegt. Der Rat der Stadt soll die Schule nächste Woche beschließen.

Rund drei Wochen ist es erst her, da hat der Schulausschuss der Stadt Willich in einer Sondersitzung die Weichen für die Errichtung einer zweiten Gesamtschule in der Stadt Willich gestellt. Morgen Abend nun beschäftigt sich das Gremium erneut mit dem politisch wohl meist diskutierten Thema der vergangenen Monate. Für den Antrag auf Errichtung einer zweiten Gesamtschule bei der Bezirksregierung ist ein formeller Beschluss des Stadtrates nötig. Der wird erst in der kommenden Woche, am 21. Dezember, gefasst. Der Schulausschuss soll morgen die Vorarbeit leisten. Es geht um die Details zur geplanten neuen Gesamtschule. Auf die geht die Verwaltung in der Vorlage zu der Ausschusssitzung ein.

Zügigkeit Laut Schulentwicklungsplan sind für die nächsten beiden Schuljahre noch zehn Züge an dann zwei Gesamtschulen erforderlich. Bis zum Schuljahr 2017/2018 sinke der Bedarf auf etwa acht bis neun Züge. Es könne aber nicht prognostiziert werden, wie viele Schüler, die derzeit außerhalb des Stadtgebiets eine weiterführende Schule besuchen, durch eine zweite Gesamtschule zurückgewonnen werden können. Ebenso wenig lasse sich vorhersagen, wie viele Schüler von außerhalb an eine der Willicher Gesamtschulen möchten. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, die zweite Gesamtschule ebenso wie die bestehende Robert-Schuman-Europaschule fünfzügig zu errichten.

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Ganztag Eine neue Gesamtschule ist nicht mehr automatisch eine Ganztagsschule. Das haben Vertreter der Bezirksregierung bereits bei einem Orientierungsgespräch mit Vertretern der Verwaltung und der Politik Mitte November betont. Aus schulfachlicher Sicht werde die Errichtung als Ganztagsschule aber dringend empfohlen. Eine Gesamtschule ohne Ganztag sei kaum genehmigungsfähig.

Mittagsverpflegung In Schiefbahn ist seit einigen Wochen die Gemeinschaftsmensa des Gymnasiums und der Realschule in Betrieb. Der Andrang ist groß und würde durch die Gesamtschüler noch größer. "Ob und wann beispielsweise eine separate Essensausgabe in der neuen Gesamtschule geschaffen werden muss, sollte frühestens nach Erfahrungen einiger Monate des Betriebs der Gemeinschaftsmensa und nach den ersten Anmeldezahlen für eine neue Gesamtschule beurteilt werden", heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Standort Der komplexeste Aspekt ist die Frage des Standorts der neuen Gesamtschule. Die Verwaltung stellt verschiedene Varianten vor. Zur Verfügung stünden die Räume der dann auslaufenden Willi-Graf-Realschule in Schiefbahn und der Johannesschule in Anrath. Auch die Pestalozzischule, die Förderschule in Schiefbahn, ist Gegenstand der Überlegungen. Fakt ist, eine Sekundarstufe I und II — also Unter-, Mittel- und Oberstufe zusammen— haben in einem der bestehenden Gebäude keinen Platz. Es entstünden Baukosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro, die aus Sicht der Verwaltung nicht vertretbar sind.

Bliebe eine Lösung mit Dependance. Die Verwaltung empfiehlt, die zweite Gesamtschule im Gebäude der Willi-Graf-Realschule (Sekundarstufe I) und der Johannesschule (Sekundarstufe II) unterzubringen. Der Johannesschule — ohne Alleeschulgebäude — fehlen für die Sekundarstufe I Räume. Die Pestalozzischule könnte die Sekundarstufe II aufnehmen. Allerdings würden naturwissenschaftliche Fachräume fehlen. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund eine Million Euro. Hinzu kämen die Kosten für den Umzug der Förderschule in ein anderes Gebäude. In der Johannesschule müssten für rund 300 000 Euro lediglich Chemie- und Biologie-Räume eingerichtet werden. Frage des Tages

(RP)