Genug Unterkünfte für Flüchtlinge in Willich

Bilanz im Sozialausschuss : Genug Unterkünfte für Flüchtlinge

Welche Struktur gibt es derzeit bei der Unterbringung geflüchteter Menschen? Im Sozialausschuss der Stadt Willich legte die Verwaltung jetzt einen Bericht vor.

In der Stadt Willich sind ausreichend Unterkünfte für weitere Zuweisungen geflüchteter Menschen vorhanden. Im Sozialausschuss informierte die Verwaltung über die aktuellen Zahlen. Danach sind im gesamten Stadtgebiet derzeit 282 Menschen untergebracht, die in Deutschland Asyl suchen. Rechnet man alle Unterkünfte zusammen, gibt es Platz für die Unterbringung von 622 Menschen.

Bei dieser Berechnung hat die Stadt bereits berücksichtigt, dass in der temporären Unterkunft an der Moltkestraße – dem so genannten „Flüchtlingsdorf“ – nicht mehr alle Wohncontainer als Wohnraum genutzt werden: Einige sind zu Büro, Behandlungsraum, Kleiderkammer umfunktioniert worden. Von den ursprünglich 280 Plätzen sind so nur noch 250 belegbar. Tatsächlich waren mit Stand vom 27. August nur 59 Plätze belegt.

„Sollten nun tatsächlich die angekündigten 170 Asylbewerber in den nächsten Wochen oder Monaten zugewiesen werden, können diese komplett in der Notunterkunft auf der Moltkestraße untergebracht werden“, so lautet die Perspektive der Stadtverwaltung. Das Team Wohnungsstelle befinde sich in enger Kooperation mit dem Dorfmanagement. Die Stadt erwartet allerdings nicht, dass die Menschen zeitgleich nach Willich kommen, sondern in Gruppen von sieben bis acht Personen je Woche. Somit würde die Zuweisungsphase bis zu sechs Monate umfassen. Auf der anderen Seite erwartet die Verwaltung, dass einige dieser Menschen parallel schon wieder eine andere Unterkunft erhalten werden – zum Beispiel, wenn es die familiäre Situation notwendig macht oder sie nach einer Anerkennung wieder ausgezogen sind.

Langfristig – nach der Schließung der Notunterkunft Moltkestraße Ende Januar 2021 – stehen in ganz Willich nur noch 372 Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung. Wenn der Stadt dann noch alle Flüchtlinge zugewiesen würden, die sie nach den Vorgaben des Bundes aufnehmen muss, wären 429 Menschen unterzubringen – eine rechnerische Lücke von 57 Plätzen.

Eine sinnvolle Planung der Unterkünfte ist allerdings im Moment noch nicht möglich, weil unklar ist, wie der rechtliche Status der künftig in Willich ankommenden Menschen sein wird. Je nach Situation würde es unterschiedliche Unterbringungsmöglichkeiten geben, die in der Stadt abgedeckt werden können. Die Verwaltung erwartet, dass sich ein Handlungsbedarf erst im Laufe des Jahres 2020 darstellen wird, aktuell gebe es keinen.

Die Politiker nahmen die Informationen zur Kenntnis. Thomas Brand (FDP) wollte wissen, ob es auch in Willich die Problematik gebe, das Alter unbegleiteter minderjähriger Ausländer festzustellen. Susanne Kamp, Leiterin des Geschäftsbereichs Jugend und Soziales, sagte, dass diese Gruppe in Willich nicht sehr groß sei – aktuell gebe es nur 16 dieser jungen Menschen. „Eine signifikant hohe Zahl der Altersabweichungen hatten wir nicht“, so Kamp.

Merlin Praetor (Grüne) bat darum, eine Auflistung aller Unterbringungsmöglichkeiten mit Platzzahlen zu erhalten. So habe die Politik eine bessere Übersicht. Dieter Lambertz (CDU) meinte, dass aufgrund der Perspektiven zum jetzigen Zeitpunkt keine Einrichtung geschlossen werden dürfte.

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