„Für Willich“ verärgert über städtische Sicht der Verkehrssituation Schottelstraße

Verkehrssituation : Schottelstraße: „Für Willich“ verärgert über Verwaltung

Verärgert ist die Fraktion „Für Willich“ über eine Antwort der Verwaltung zur Verkehrssituation an der Schottelstraße/Am Krickerhof in Anrath. Dort war am 1. April eine 14-jährige Inlineskaterin von einem Traktorgespann überrollt und tödlich verletzt worden.

„Für Willich“ hatte daraufhin einen Antrag an den Bürgermeister gestellt, Maßnahmen zu installieren, die schwere Unfälle an der Kreuzung möglichst verhindern sollen.

Nun hat die Verwaltung das Ergebnis ihrer Untersuchungen mitgeteilt. „Für Willich“-Ratsmitglied Martin Dorgarthen ist über die Art und Weise der Mitteilung und auch das Ergebnis verärgert: „Anscheinend hat der kürzliche Unfalltod dem städtischen Bearbeiter noch immer nicht für eine grundlegende Verbesserung der Situation gereicht.“ Anders sei es nicht zu erklären, wie die Stadt auf den ersten vier Seiten ihres sechsseitigen Schreibens eine Gefährdung der schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Inlineskater „beinahe stoisch und teilweise immer wieder mit den gleichen Worten verneint. Eine Unverschämtheit, dass das Schreiben mit einer Unfallanalyse für den Zeitraum 1. Januar 2015 bis 12. April 2019 beginnt“, findet Dorgarthen. „Der Unfall geschah 2019. Von daher sind Analysen, die über vier Jahre zurückliegen, nicht zielführend.“ Auch dass vom Kreisordnungsamt nur geringe Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit gemessen wurden, wird bezweifelt. „Alleine bei unserem Ortstermin fuhr geschätzt jedes zweite Auto viel zu schnell.“

Etwas zufriedener ist die Fraktion letztendlich mit dem Fazit der Stadt: Im Mai 2019 wurden bei ortsauswärts fahrenden Fahrzeugen 16,42 Prozent als zu schnell registriert. Hierdurch seien die Voraussetzungen für eine Überwachung gegeben. Kreisordnungsamt und Kreispolizei werden jetzt vor den Hausnummern 60–68 mobile Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Für die Fraktion „Für Willich“ könne dies aber nur der erste Schritt hin zu einer Verbesserung der Verkehrssituation bedeuten. „Wir werden auch weiterhin für eine Querungshilfe/Insellösung und die Installation von zusätzlichen Absperrbaken kämpfen, damit nicht in naher Zukunft ein weiterer Unfall passiert“, sagt Dorgarthen.

(msc)
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