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Fünftklässler des Anrather Lise-Meitner-Gymnasiums lassen zur Einschulung keine Luftballons mehr steigen. Stattdessen pflanzen sie nun einen Baum.

Einschulung : Lieber einen Baum pflanzen statt Luftballons fliegen lassen

Fünftklässler des Anrather Lise-Meitner-Gymnasiums lassen zur Einschulung keine Luftballons mehr steigen. Stattdessen pflanzen sie nun einen Baum.

Was für eine Gefahr Luftballons für Tiere darstellen, ist inzwischen vielen Menschen bekannt. Jahr für Jahr sterben unzählige Wild- und Nutztiere, die sich auf Koppeln aufhalten. Die Tiere fressen Ballonreste und verenden qualvoll. Sie ersticken, sterben an Darmverschlüssen oder verhungern, weil die Ballonreste den Magen-Darm-Trakt blockieren und kein Futter mehr aufgenommen werden kann. Dazu kommt, dass sich Tiere in den Schnüren der Ballons verheddern und eingehen. Am Lise-Meitner-Gymnasium in Anrath haben sich die Schüler Gedanken zu dem Thema gemacht und eine Petition eingereicht, die über 450 Schüler unterschrieben haben. Sie baten darum, mit einer langjährigen Tradition am Gymnasium zu brechen und zur Einschulung keine Luftballons mehr in den Himmel steigen zu lassen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Am Anrather Gymnasium haben Luftballons ausgedient, stattdessen pflanzten die neuen Fünftklässler jetzt zusammen im Rondell vor der Mensa einen Baum. „Wir haben, nachdem die Schüler die Petition vor den Sommerferien eingereicht hatten, überlegt, was wir stattdessen machen könnten, und kamen gemeinsam auf die Idee, etwas mit Beständigkeit umzusetzen. Mit der ersten Baumpflanzung wollen wir nun eine neue Tradition ins Leben rufen. Bei uns heißt es ab sofort ,Baum statt Ballons’“, sagt Schulleiter Thomas Prell-Holthausen.

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Doch es wurde nicht einfach nur ein Baum gepflanzt. Die Klassenpaten der neuen Fünftklässler hoben die Erdgrube eigenhändig aus. Am Tag der Einschulung brachte ein Gärtner den Ahornbaum. Gemeinsam rollte man den vier Meter hohen Baum in sein Pflanzloch. Danach durfte jeder der 113 Fünftklässler mit dem Spaten eine Schaufel voller Erde auf die Wurzeln geben. Ein gemeinsames Erdantreten und Bewässern folgten, bevor die Fünftklässler jeder ein Eis zur Stärkung erhielten.

Die Kosten in Höhe von 250 Euro für den Ahornbaum zuzüglich Transport sowie die Unkosten für das Eis übernahm der Förderverein des Gymnasiums. Eigens für den Baum wurde zudem ein langer Schlauch angeschafft, damit die Junganpflanzung entsprechend gewässert werden kann und gut angeht. „Der Vater eines Schülers ist Steinmetz. Er wird uns nun noch eine Tafel machen, die an die Einschulung 2019 erinnert“, sagt Prell-Holthausen. Ein Schulauftakt der besonderen Art, der die Schüler ihr ganzes Schulleben und darüber hinaus begleiten wird. Denn der Baum erinnert noch an die eigene Einschulung, wenn Ballons schon lange der Vergangenheit angehören.

Am Donnerstag ist ein Luftballonverbot Thema im Willicher Hauptausschuss: Die CDU-Fraktion hat beantragt, dass die Verwaltung beauftragt wird zu prüfen, ob ein Verbot zum Steigenlassen von Luftballons durchzusetzen ist.

(tre)