Stadt Willich: "Friederike" richtet großen Schaden an

Stadt Willich : "Friederike" richtet großen Schaden an

Ein Sturmtief fegte gestern auch über Willich und Tönisvorst. Verletzt wurde zwar niemand, die Sachschäden sind jedoch teilweise beträchtlich. Die beiden Freiwilligen Feuerwehren fuhren insgesamt fast 200 Einsätze.

Unzählige umgefallene Bäume in Gärten und Parks, auf Häusern und Straßen, teilweise massive Gebäudeschäden, gefährlich schwankende Baukräne, in sich zusammengesackte Gartenhäuser, Trampoline und Sonnenschirme in Nachbars Garten, umgedrückte Mauern, auf dem Boden zerschellte Dachziegel, umgekippte Garten- und Bauzäune - das alles akustisch untermalt vom Pfeifen des Windes und den Sirenen der Feuerwehrfahrzeuge: Gestern ab etwa 10 Uhr fegte Sturmtief "Friederike" auch über Willich und Tönisvorst hinweg und nahm fast alles mit, was nicht niet- und nagelfest war. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, zeitweise war die Leitstelle in Viersen über die 112 gar nicht mehr zu erreichen.

Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Doch das lag wohl auch daran, dass viele sicherheitshalber zu Hause geblieben waren oder sich in geschlossenen Räumen aufhielten, weil schon am Tag zuvor eindringlich vor dem Sturm gewarnt worden war. In Willich waren zudem Parks und Friedhöfe schon im Vorfeld und später auch die Sportanlagen gesperrt worden, wie in St. Tönis wurde auch in Anrath der Wochenmarkt abgesagt, der in Willich wurde um 10 Uhr geschlossen. In St. Tönis wurde die Hochstraße am Rathaus wegen herabfallender Dachziegel gesperrt, zudem die Gelderner Straße an der Streuff-Mühle. "Die Flügel stellen bei Sturm eine erhebliche Gefahr dar", so Markus Hergett, Sprecher der Tönisvorster Feuerwehr, die mit 40 ehrenamtlichen Kräften im Einsatz war und die Einsatzorte nach Priorität viele Stunden lang abarbeitete. Besonders schlimm erwischt hatte es ein Haus am Feldburgweg in St. Tönis: Dort stürzte ein Baum auf einen Anbau und sorgte für einen Totalschaden. Schlimme Erinnerungen wurden wach: Ebenfalls am Feldburgweg war auf den Tag genau vor elf Jahren beim Sturm "Kyrill" ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen.

An der Dülkener Straße in Anrath kappte die Feuerwehr die Krone eines Baums, der arg in Schieflage geraten war. Foto: Wolfgang Kaiser

Auch die Willicher Wehr war gestern mit allen Löschzügen und rund 100 Leuten im Dauereinsatz und kümmerte sich um die Beseitigung der Sturmfolgen. Pressesprecher Lars Greiner: "Wir sind allerdings nur für das zuständig, was den öffentlichen Raum angeht - nicht für das, was auf Privatgrund ist und bleibt."

Glück hatten die Mädchen und Jungen der Kita LOK in Anrath: Auf dem Außengelände stürzten zwei Bäume um und verursachten auch Schäden am Gebäude. Auch eine Mauer im Garten wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Eltern wurden sogleich von der Leitung der Einrichtung benachrichtigt und gebeten, die Kinder abzuholen. Nach aktuellem Stand bleibt die Tagesstätte heute geschlossen. Ebenso fällt die für heute Abend in der Kulturhalle in Schiefbahn geplante "Bürgerwerkstatt" zum Leben und Altern in Schiefbahn aus. Denn die Halle wurde wegen herabfallender Dachziegel und eines Baums, der umzustürzen drohte, geschlossen.

Auch im Konrad-Adenauer-Park in Willich riss "Friederike" einige Bäume um. Foto: Kaiser Wolfgang

Schulen und Kindergärten in städtischer Trägerschaft in Willich und Tönisvorst hatten gestern zunächst geöffnet, die Bezirksregierung hatte es in einem Erlass allerdings den Eltern überlassen, ob sie ihre Kinder zum Unterricht schickten. Das St.-Bernhard-Gymnasium in Schiefbahn, das sich in Trägerschaft der Malteser befindet, hatte geschlossen. Die Standorte des Rhein-Maas-Berufskollegs beendeten um 8.30 Uhr den Unterricht und forderten die Schüler auf ihrer Homepage auf: "Bitte treten Sie, sofern möglich, unverzüglich den direkten Heimweg an!"

Das Dach dieses Mehrfamilienhauses beschädigte dieser Baum an der Straße "Im Eschert" in Schiefbahn. Foto: Kaiser Wolfgang

An der Rupert-Neudeck-Gesamtschule in St. Tönis erschien nur rund ein Drittel der Schüler. Am Lise-Meitner-Gymnasium in Anrath und an der Robert-Schuman-Europaschule (RSE) in Willich erschienen immerhin rund 70 Prozent der Mädchen und Jungen zum Unterricht. "Ich habe direkt um 8 Uhr eine Durchsage gemacht und gesagt, dass die Schüler in den Klassenräumen bleiben sollen", so Ute Will-Nieding, Leiterin der RSE. Später hätten dann aber doch noch einige Eltern ihre Kinder vor Unterrichtsende abgeholt. In der Mittagspause seien die Kinder in die Mensa geführt worden. Am Michael-Ende-Gymnasium in St. Tönis bekamen die Kinder um 10.40 Uhr "sturmfrei".

(RP)
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