Stadt Willich: Flussfahrt in der Ferkelsbütt

Stadt Willich : Flussfahrt in der Ferkelsbütt

Bei optimalem Sommerwetter feierte die Katholische Landjugend Anrath am Samstagnachmittag ein besonderes Jubiläum. Das traditionelle Badewannenrennen auf der Niers fand zum 25. Mal statt. Sieben Wannen waren diesmal am Start. Das Publikum am Ufer war begeistert.

Es erinnert ein wenig an ein Festival. Entlang der Niers am Grenzweg in Höhe des Reiherweges in Anrath haben es sich Hunderte von Besuchern bequem gemacht. Die Bierzeltgarnituren rund um den Getränkepavillon und Imbissstand sind voll und überall stehen weitere Menschengruppen zusammen. Es wird gelacht und erzählt. Dabei blicken die Besucher immer wieder zum Fluss, denn dort werden gerade abenteuerliche Gefährte zu Wasser gelassen.

Eine Konstruktion aus zwei Badewannen — in der Mitte ein alter Traktorsitz und am Bug ein grinsender Schweinekopf aus Pappmaché — lässt so manchen Zuschauer herzlich lachen. "Das ist unsere Ferkelsbütt. Eigens zum Jubiläum haben wir eine neue Konstruktion gebaut", verrät Pia Glasmacher vom Vorstand der Katholischen Landjugend (KLJB) Anrath.

Dass es sich um ein Jubiläum des Badewannenrennens handelt, macht das Gefährt der St. Huberter "Silberfrösche" klar. "25 Jahre Baden mit der Landjugend" ist auf dem Banner des silbernen Modells zu lesen, das sogar ein farblich entsprechende Bobbycar an Bord hat und irgendwie an einen Ozeanriesen erinnert.

Kunstrasen samt einem alten Zuber ziert indes die Konstruktion der Landjugend Breyell-Schaag, die Markus Kaysers gerade mit ins Wasser lässt. "Das ist unsere Spielwiese, eine Winkeleisenrahmenkonstruktion mit fünf Ölfässern, gesäubert, versteht sich. Sehr schwer, daher haben wir gute Chancen das KO-Rennen bestens zu überstehen. Ein erster Platz müsste drin sein", gibt sich der 20-Jährige vor dem Start optimistisch.

Beste Stimmung herrscht auch bei den 21 jungen Männern aus Brüggen-Bracht, die das Badewannenrennen zum Anlass nehmen, einen Junggesellenabschied zu feiern. "Unser Bräutigam Christian wusste bis gerade eben noch nicht, wo es hingeht. Das ist eine Überraschung", verrät Norbert Lüfkens.

Eine Überraschung wird es für Christian Hauser auch sein, ob die in Cellophan verpackte und mit Styroporplatten verstärkte Badewanne schwimmen wird, denn "eine Probe haben wir nicht gemacht", sagt Wolfgang Keller. Daher wird der künftige Ehemann auch mit Taucherbrille und Schwimmärmchen ausgerüstet. Für den Fall der Fälle.

Und der rückt näher. Denn Willichs stellvertretender Bürgermeister Guido Görtz hat schon zum Mikrofon gegriffen. "Der liebe Gott ist ein Anrather", meint Görtz in Anbetracht des herrlichen Wetters. Lobende Worte gibt es für das Engagement der Anrather Landjugend. Es sei eine tolle Leistung, dass sie das Rennen Jahr für Jahr so perfekt organisierten, meint Görtz.

Dann übernehmen Tobias Meurers und Alex Manns die Moderation. Die ersten Badewannen liegen in Startposition. 200 Meter mit der Strömung sind zunächst angesagt. Unter den Anfeuerungsrufen der Zuschauer beginnt das feucht-fröhliche Vergnügen, das in diesem Jahr nicht mit dem Rennen zu Ende geht. Zum Jubiläum gibt es zum Abschluss noch eine Party im Festzelt an der Niers geplant.

(tref)