Willich : Kondition, Koordination, Konzentration

Über jeweils 5000 Euro aus dem Projekt „Fit durch Schule“ freuen sich die Robert-Schuman-Europaschule und das Lise-Meitner-Gymnasium. Beide Schulen setzen das Geld in einem Boxprojekt um.

Dass Boxen zum Konfliktmanagement, zur Ich-Stärkung und Gesundheitsprävention genutzt werden kann, ist der Robert-Schuman-Europaschule und dem Lise-Meitner-Gymnasium bestens bekannt. Im Schuljahr 2015/16 nutzten beide weiterführenden Schulen bereits ein Boxprojekt. Möglich macht es seinerzeit das AOK-Projekt „Fit durch Schule“. Dort hatten sich Gesamtschule und Gymnasium mit ihren Konzepten beworben und eine Förderung erhalten, die es ihnen erlaubte, ein jeweiliges zweijähriges Projekt durchzuführen. Kooperationspartner in beiden Fällen war „Boxing for Personality“ von Kai Burchardt.

Nun geht es mit den Boxprojekten für zwei Jahre weiter. Sowohl das Gymnasium als auch die Gesamtschule bewarben sich erneut bei „Fit durch Schule“. Ihre weiterentwickelten Konzepte namens „Fitness für die 7. bis 9. Klassen, Förderung der allgemeinen Kondition und Koordination“ (Gymnasium) und „Fitness- und Konzentrationsförderung, Stärkung von Teamkompetenzen und Verantwortung“ (Gesamtschule) überzeugten. Dieter Finken, Teamleiter Prävention der AOK, reiste jetzt mit einem entsprechenden Scheck von je 5000 Euro nach Anrath und Willich.

In beiden Schulen startet das Angebot nach den Herbstferien mit dem bereits bekannten Kooperationspartner, wobei es auf verschiedene Weisen angeboten wird. In Willich ist das neue Angebot in den Sportunterricht der achten und neunten Klasse integriert. Über zwei Jahre verteilt können die Schüler der Gesamtschule in Kleingruppen den Sport kennenlernen. Am Anrather Gymnasium dagegen ist es eine AG für die Stufen sieben bis neun.

„Wir haben ein Konzept speziell für das Training in den Schulen ausgearbeitet, wobei eins ganz wichtig ist. Es wird nie gegeneinander geboxt und es gibt auch keinen körperlichen Kontakt“, erklärt Markus Lefen, der das Training vor Ort durchführt. Es geht nicht um das eigentliche Boxen, bei dem zwei Personen in den Ring steigen. Vielmehr steht das Training von Kraft und Ausdauer im Mittelpunkt, wobei das Akzeptieren von Regeln, der rücksichtsvolle Umgang bei der Ausübung des Sportes untereinander und das Miteinander im Mittelpunkt stehen.

Boxen. Foto: Bianca Treffer

„Beim Boxen ist äußerste Disziplin gefragt. Ohne die geht es nicht“, hebt Alexander Rother, Koordinator der Europaschule hervor. Das neue Angebot ist aber nicht nur eine Gesundheitsprävention. Darüber hinaus fördert das Training den Stressabbau und das Selbstbewusstsein. Die Schüler erfahren eine Ich-Stärkung und lernen gleichzeitig Konfliktmanagement, denn es gibt auch einen theoretischen Teil zur Gewaltprävention. Der Start erfolgt mit einem Aufwärmtraining. Danach schließen sich Beinarbeit, Reaktionsübungen, Grundschläge, Maximalkraft- und Koordinationsübungen an.

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