1. NRW
  2. Städte
  3. Willich

Feuerwehr Willich will Drohne anschaffen

Willich : Feuerwehr möchte Drohne anschaffen

Die Willicher Wehr möchte die Drohne bei Bränden einsetzen. Sie könnte zum Beispiel Bereiche erkunden, die einsturzgefährdet sind. Etwa 20.000 Euro kostet ein professionelles Gerät.

Die Freiwillige Feuerwehr Willich will im nächsten Jahr eine Drohne anschaffen, um ihre Arbeit zu verbessern. Im Ausschuss für Abgaben, Gebühren und Satzungen stellte die Verwaltung den Plan vor – nach einem Antrag der FDP.

Weil Willich im Nahbereich von zwei Flughäfen liegt, muss die Drohne besondere Anforderungen erfüllen – es muss ein Fluggerät mit „BOS-Zulassung“ (Zulassung für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) sein. Der Grund: Die Feuerwehr muss die Drohne situationsbedingt einsetzen und kann nicht vorher einen Flugkorridor festlegen.

Insgesamt braucht die Feuerwehr ein leistungsfähiges Fluggerät, keine Hobby-Drohne. Sie könne mit zwei Kameras – einer normalen und einer Infrarot-Kamera – ausgestattet werden. Somit können bei einem Flug Bilder gemacht und Temperatur-Unterschiede festgestellt werden – hilfreich beim Aufspüren von Brandnestern oder hilflosen Personen. Die Drohne soll von zwei speziell darauf geschulten Mitarbeitern der Feuerwehr bedient werden – einer soll sich auf die Bedienung konzentrieren, einer die Kamera bedienen und die Bilder auswerten.

Die Feuerwehr möchte die Drohne bei Bränden einsetzen. Sie könnte zum Beispiel sicherer Bereiche erkunden, die einsturzgefährdet sind. Auch der ABC-Bereich ist ein denkbares Einsatzgebiet. Die Drohne könnte in den kontaminierten Bereich fliegen und exaktere Informationen zur Lage vermitteln als Feuerwehrleute aus der Entfernung. Sie kann auch mit Messgeräten ausgerüstet werden.

Kämmerer Willy Kerbusch hat im Haushaltsentwurf 2019 bereits die Anschaffung eingeplant – in der Vorlage wurden aber keine Kosten genannt. Auf Nachfrage von Uwe Rieder (CDU) erklärte Kerbusch, das sei bewusst geschehen. Es sei üblich, dass Verwaltung und Politik lediglich ein Gesamtbudget für die Feuerwehr einplanen. Die Entscheidung über Anschaffungen treffen die Feuerwehrleitung und die Löschzugführer gemeinsam – aus Kenntnis der Bedarfe. Er habe aber 20.000 Euro für das Thema eingeplant, nannte der Kämmerer eine Richtzahl.

Diese Zahl irritierte Hendrik Pempelfort (SPD), der meinte, heute kosteten Drohnen ab 500 Euro aufwärts. Ralf Klein (FDP) lieferte präzisere Informationen: Die Drohne sei komplex, allein eine Wärmebild-Kamera koste „ein Schweinegeld“. Davon ließ sich Pempelfort überzeugen. Die Drohne soll im Gerätehaus des Alt-Willicher Löschzugs mit den entsprechend geschulten Fachleuten stationiert sein, aber auch bei Einsätzen in anderen Stadtteilen genutzt werden. Der Austausch von Fachleuten und Spezialgerät sei ohnehin gängige Praxis in der Gesamtfeuerwehr, merkte Florian Rick (CDU) dazu an.

Der Ausschuss-Vorsitzende Hans Joachim Donath schlug schließlich vor, der Ausschuss solle die Idee und den Haushaltsansatz des Kämmerers zur Kenntnis nehmen und beides ausdrücklich begrüßen. Diesem Vorschlag stimmte der Ausschuss einstimmig zu.