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Feuer bei Boels: Noch keine Hinweise auf Brandanschlag wegen Hambacher Forst

Zusammenhang mit dem Hambacher Forst? : Feuer bei Boels: Noch keine Hinweise auf Brandanschlag

Vom frühen Morgen bis in den Abend war die Polizei am Dienstag in der völlig niedergebrannten Werkstatthalle der Firma Boels an der Halskestraße im Gewerbegebiet Willich-Münchheide auf der Suche nach Hinweisen: Ist das Feuer in der Nacht zum Montag durch Brandstiftung oder eine andere Ursache entstanden?

In der Nähe waren zudem zwei Arbeitsbühnen einer anderen Firma durch Feuer beschädigt worden. Ein Brandsachverständiger, der einen Spürhund dabei hatte, konnte bis zum Abend aber auch einen technischen Defekt als Brandursache nicht ausschließen. „Wir ermitteln daher weiterhin in alle Richtungen“, sagte eine Polizei-Sprecherin auf Nachfrage unserer Redaktion.

Auch der Staatsschutz wartet auf die Ergebnisse der Brand-Experten. Denn es ist nicht auszuschließen, dass Aktivisten, die sich gegen die Abholzung des Hambacher Forsts zum Braunkohleabbau wehren, das Feuer gelegt haben. Denn die Firma Boels verleiht Geräte, die im zwischen Köln und Aachen gelegenen Hambacher Forst von der Polizei zur Räumung der Baumhäuser eingesetzt wurden.

Infolge des Feuers gab die Firma Boels allerdings inzwischen bekannt, sich aus Gründen der Sicherheit ihrer Mitarbeiter dafür entschieden zu haben, ihre Maschinen sofort aus dem Hambacher Forst zurückzuziehen. Boels lieferte nach eigenen Angaben einige Beleuchtungstürme und zwei kleine Geländefahrzeuge, habe aber nie eine Arbeitsbühne im Wald zum Einsatz gebracht. Dessen ungeachtet werde Boels seit einigen Tagen konfrontiert mit der Bedrohung seines Personals, Beschmierungen von Gebäuden und Beschädigungen von Firmeneigentum und Maschinen, heißt es in einer Pressemitteilung. Zur möglichen Brandstiftung in Willich sagt Pierre Boels, CEO von Boels Rental: „Das geht für mich zu weit, und sobald die Sicherheit meiner Mitarbeiter gefährdet wird, ziehe ich eine Linie.“ Boels bleibe der Meinung, keinen Standpunkt in der Diskussion um den Hambacher Forst zu vertreten, sondern lediglich Maschinen und Geräte ohne Einsatz von Personal zu liefern. „Wir hoffen, dass die Situation nicht noch weiter eskaliert, dass unsere Mitarbeiter nicht weiter belästigt oder bedroht werden und die beteiligten Parteien bald zusammenkommen, um die weitere Vorgehensweise zu diskutieren“, teilt das Unternehmen weiter mit.