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Willich: Festnahmen in St. Tönis und St. Hubert

Willich : Festnahmen in St. Tönis und St. Hubert

Am Donnerstagabend haben Zivilpolizisten bei einer Razzia in einem Wohnhaus in St. Tönis mehrere Personen festgenommen. Vorausgegangen war eine Aktion von maskierten Polizisten in St. Hubert, die ein Fahrzeug stoppten.

Durch einen lauten Knall sind am Donnerstagabend Nachbarn einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Straße Am Marienheim in St. Tönis aufgeschreckt worden. Wie Augenzeugen berichteten, hätten gegen 20 Uhr Polizisten in Zivil die Wohnungstür zu einer Wohnung, die im Erdgeschoss und im Souterrain liege, aufgebrochen. In der Wohnung, die mehrere Eingänge habe, sollen sich mehrere Personen aufgehalten haben, die festgenommen worden seien, schilderten Augenzeugen, die vermuten, dass die Polizei die Wohnung schon seit geraumer Zeit unbemerkt beobachtet haben könnte. Auch eine zur Wohnung gehörende Garage sei durchsucht worden.

Das Ordnungsamt der Stadt Tönisvorst soll in dem Haus, in dem es sechs Eigentumswohnungen gibt, ebenfalls im Einsatz gewesen sein. Augenzeugen berichten, in Begleitung des Ordnungsamtes sei in der Nacht ein Schreiner gekommen um eine Ersatztür an Stelle der demolierten Wohnungstür einzusetzen. Die Stadtverwaltung gibt keine Auskunft.

Nach Informationen der Rheinischen Post soll diese Polizeiaktion in Zusammenhang mit einem Polizeieinsatz kurz zuvor in St. Hubert gestanden haben. Dort waren Anwohner der Tönisberger Straße durch einen lauten Knall aufgeschreckt worden. Als sie zum Fenster liefen und auf die Straße schauten, stand nach Angaben von Augenzeugen an der für Autofahrer Rotlicht zeigenden Fußgängerampel kurz vor dem Kreisverkehr ein Auto, das von einem Zivilfahrzeug der Polizei gerammt worden war. Auch Ein Streifenwagen der Polizei war von hinten in den gerammten Wagen gefahren, aus dem mehr als ein Dutzend mit Sturmhauben maskierte Polizisten eine Person holten und festnahmen. Autofahrer, die später an der Stelle vorbeifuhren, sahen dort zwei Fahrzeuge stehen. Eines habe ein Viersener Kennzeichen gehabt. Auch die Feuerwehr sei vor Ort gewesen und habe Bindemittel auf die Straße gestreut.

Bei diesem Einsatz und bei der Aktion in St. Tönis soll es um Organisierte Kriminalität gegangen sein, auch Drogen sollen im Spiel gewesen und sichergestellt worden sein. In St. Tönis heißt es, es sei in einschlägigen Kreisen bekannt gewesen, dass man in der Wohnung und auf einem nahe gelegenen Spielplatz problemlos hätte Drogen bekommen können.

Anwohner teilten weiter mit, sie hätten beobachtet, wie in der vergangenen Zeit vor allem junge Leute in der Wohnung ein- und ausgegangen seien. Sie seien mit hochwertigen Fahrzeugen vorgefahren, hätten aus dem Auto heraus mit dem Mobiltelefon telefoniert, woraufhin die Eingangstür zum Haus automatisch aufgegangen sei. Gegen die Eigentümer, die die Wohnung vor zwei Jahren gekauft haben sollen, sollen nach unbestätigten Informationen mehrere Ermittlungsverfahren laufen. Ob es weitere Polizeiaktionen gab, ist unklar.

Die Kreispolizeibehörde Viersen sagte, in Zusammenhang mit den landesweiten Aktionen am Donnerstag gegen Einbrecherbanden hätten die Einsätze in St. Hubert und St. Tönis nicht gestanden, da es im Kreis Viersen keine derartigen Maßnahmen gegeben habe, so die Polizei im Kreis Viersen. Sie verwies an das übergeordnete Polizeipräsidium in Mönchengladbach. Von dort hieß es, mit Ermittlungen gegen das Rockermillieu, die die Behörde federführend betreibt, hätten die Aktionen nichts zu tun gehabt. Für Auskünfte zu den Aktionen von Donnerstagabend sei die Staatsanwaltschaft Krefeld zuständig. Deren Sprecher Klaus Schreiber sagte gestern, er könne zu den Einsätzen nichts sagen. Man stehe ganz am Anfang von Ermittlungen. Bis Ergebnisse vorlägen könne es noch Wochen dauern.

(RP/rl)