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Ferienalphabet – V wie Vögel

Ferienalphabet – V wie Vögel : Vögel beobachten vom Wintergarten aus

31 Vogelarten konnten Monica und Jack Sandrock vom Nabu Willich in diesem Jahr bereits in ihrem Garten begrüßen. Sie haben sie in Nähe ihres Wintergartens zwei Vogelfutterstationen installiert, wo sich die unterschiedlichsten Vögel tummeln.

Wenn Monica und Jack Sandrock Vögel beobachten möchten, müssen sie weder zum Fernglas greifen noch müssen sie weit gehen. Für das Schiefbahner Ehepaar ist es nur ein Gang in den Wintergarten ihres Hauses, dann kann die Beobachtung der gefiederten Freunde starten. In ihrem naturnahen Garten haben sie in unmittelbarer Nähe des Wintergartens zwei Vogelfutterstationen installiert, wo sich die unterschiedlichsten Vögel tummeln. „Hier herrscht immer ein reger Betrieb“, sagt Jack Sandrock. Er führt eine Vogelbeobachtungsliste, in die er genau einträgt, welche Vögel im Garten anzutreffen sind, und ob sie dort auch brüten.

Die Liste ist in diesem Jahr lang. 31 verschiedene Vogelarten hat er bislang gesehen; angefangen von der Singdrossel über die Heckenbraunelle und den Zaunkönig bis hin zu den Meisen und dem Buntspecht. Es gibt aber auch Arten, die er vermisst: Girlitz, Bluthänfling, Star und Grauschnäpper wurden schon lange nicht mehr gesichtet, wenngleich der naturnahe Garten Unterschlupf, Brutfläche und Futter anbietet. „Wir haben einen Naschgarten für Vögel, weil wir uns für heimische Gewächse entschieden haben, die entsprechend blühen, Insekten anlocken und Beeren haben“, sagt Jack Sandrock.

Weißdorn, Felsenbirne, Schlehen, Holunder, Feuerdorn, Pfaffenhütchen, Efeu und Rosen, die natürlich auch Hagebutten bekommen, ergeben ein abwechslungsreiches Bild. Dazu kommen verschiedene Bäume, zu denen auch abgestorbene Varianten gehören, die wiederum den Spechten Lebensraum bieten. Ein solch naturnaher Garten, wie ihn die Sandrocks haben, bietet viel Unterschlupf, Brutmöglichkeiten und Nahrung für die unterschiedlichsten Vögel. Da es aber solche Gärten immer weniger gibt, haben es die Vögel und auch andere Wildtiere tendenziell schwer.

Um den Vögeln noch mehr Möglichkeiten zum Leben zu bieten, greifen Monica und Jack Sandrock zu Nistkästen und Insektenhotels. Überall in ihren Bäumen sind sie zu sehen. „Sie dienen den Vögeln nicht nur zur Brut, sondern im Winter auch als Schlafplatz. Wir reinigen die Kästen daher immer erst im Frühjahr. Im Herbst kontrollieren wir lediglich, ob kein verstorbener Jungvogel vorliegt“, sagt Monica Sandrock.

Die Sandrocks, die den Willicher Ableger des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) mit leiten, haben sich ebenfalls Gedanken über die Sommer-Wildvögelfütterung gemacht. Die einen lehnen sie ab, die anderen befürworten sie. Geholfen hat ihnen das Buch „Vögel füttern, aber richtig“, hinter dem Peter Berthold und Gabriele Mohr von der Vogelwarte Radolfzell stehen. Über viele Jahre haben sie zu dem Thema geforscht und festgestellt: Wer den gefiederten Gästen ganzjährig gutes Futter anbietet, schadet ihnen nicht, sondern leistet einen wichtigen Beitrag zum Vogelschutz. „In dem Buch informieren sie unter anderem über die Anlage von Futterstellen und die Futterzusammenstellung“, berichtet Monica Sandrock.

Das Ehepaar konnte für sich feststellen, dass es in seinem Garten seit der ganzjährigen Fütterung zu mehr Vogelbruten gekommen ist. Außerdem haben die beiden sich für einen Futterspender entschieden und kein Vogelhaus. Ein solcher Futterspender, bei dem das Futter automatisch nachrutscht, sei hygienischer als ein Häuschen, in das Futter gestreut werde, sagen sie. Zudem muss ein Futterhaus jeden Tag gesäubert werden, was bei dem Spender entfällt.

Eine etwas abgewandelte Spendervariante ist für die Meisenknödel im Einsatz, die es mittlerweile auch ohne Netz zu kaufen gibt. Die netzlosen Meisenknödel werden einfach in den Spender gelegt und können von allen Seiten von den Vögeln bepickt werden. Derweil hat sich gerade ein junger Buntspecht am Futterspender eingefunden. „Er ist unschwer an dem noch roten Köpfchen zu erkennen“, erklärt Jack Sandrock. Ein Rotkehlchen fliegt ebenfalls an.

Dass bereits ein Specht da ist, interessiert das viel kleinere Rotkehlchen reichlich wenig. Schließlich ist nicht nur genügend Futter für alle da, sondern dadurch, dass die Sand­rocks Körner- und Weichfutter anbieten, auch das, was die jeweiligen Vogelarten mit Vorliebe fressen.

„Wir haben einen Garten zum Genießen und nicht zum Arbeiten“, sagen die Sandrocks lächelnd, wenn sie auf ihren naturnahen Garten angesprochen werden. Viele Menschen seien nämlich der Meinung, dass ein solcher Garten viel Arbeit mache. Dabei sei genau das Gegenteil der Fall.