Ferdi Thees baut in Clörath Kürbisse an

Landwirtschaft : Der Muskatkürbis schmeckt auch roh

In Sachen Kürbisse kennt sich Ferdi Thees bestens aus. Der Clörather Landwirt baut seit Jahren verschiedene Sorten an.

In den meisten der großen Holzkisten leuchtet es orange mit einigen grünen Farbtupfern. Aber es gibt auch die Box voller tief dunkelgrüner Kürbisse. „Das sind Muskatkürbisse. Sie sind vielen nicht so bekannt. Dabei sind sie super im Geschmack. Sie schmecken nussiger und sind generell feiner im Geschmack. Diesen Kürbis kann man sogar roh essen. In dünne Streifen geschnitten, kombiniert mit Schinken, schmeckt er einfach phantastisch“, informiert Ferdi Thees. Der Obst- und Gemüsebauer aus Clörath weiß, wovon er spricht. Schließlich baut er seit Jahren auf seinen landwirtschaftlichen Flächen auch Kürbisse an.

Als „Bauer Thees“ ist Ferdi Thees bekannt. Foto: Norbert Prümen

Der am meisten vertretene Kürbis ist dabei der orange Hokkaido, wobei es diesen ebenfalls in Grün gibt. „Ich habe es früher selber nicht gewusst, dass es auch grünen Hokkaido gibt“, sagt Thees. Doch egal, ob die bekannte orange Art oder die weniger bekannte grüne Variante, beide können mit Schale verarbeitet werden. Wobei die Außenhülle besonders weich wird, wenn man den Kürbis für fünf Minuten in den 100 Grad warmen Backofen schiebt. Danach lässt er sich hervorragend weiterverarbeiten. Die Schale kann bei den Hokkaidos von Thees unbedenklich mit verzehrt werden, da der Clörather seine Kürbisse nicht behandelt.

Ende April legt Thees die Kürbissamen aus. Gegen unerwünschte Kräuter kommt eine Mulchfolie darüber, aus deren vorgegebenen Löchern die Pflänzchen dann wachsen. Die Reihen zwischen den Pflanzen werden mit dem Traktor und der Fräse befahren, um auf diesem Weg die Wildkräuter zu eliminieren. „Wenn der Kürbis wächst und sein Grün loswuchert, brauchen wir nicht mehr durch die Reihen durch. Das Kürbisgrün lässt nichts anderes mehr wachsen“, sagt Thees. Eine Pflanze beansprucht eine Fläche von 1,5 bis zwei Quadratmeter. Auf rund einem halben Hektar baut der Obst- und Gemüsebauer Kürbisse an. Neben dem Hokkaido und dem Muskatkürbis gehört der Gelbe Zentner zu den weiteren Anbausorten, wobei es sich bei ihm um eine sehr alte Kürbissorte handelt. Laut Thees schmeckt er, verglichen mit den anderen Sorten, ein wenig fader.

Die Ernte der Kürbisse startet Ende August/Anfang September und ist in der Regel Anfang Oktober abgeschlossen. Während Hokkaido und Gelber Zentner pro Stück verkauft werden, gibt es den Muskatkürbis scheibenweise zu kaufen. Immerhin bringt er zwischen drei und acht Kilogramm auf die Waage. Das warme Wetter hat in diesem Jahr zwar für eine kleinere Ernte, dafür aber für mehr Aroma bei den Kürbissen gesorgt. „Kürbisse sind Flachwurzler, und wir haben entsprechend oft bewässern müssen, damit die Pflanzen überhaupt wachsen konnten“, informiert Thees.

Bei dem Obst- und Gemüsebauern wachsen aber nicht nur die drei Sorten, sondern auch Zierkürbisse, die zu ausgefallenen Herbstdekorationen arrangiert werden können. Es gibt unter anderem flaschenartige Varianten und Kürbisse, die wie Ufos aussehen. Wer hingegen einen XXL-Kürbis für Halloween fertig machen möchte, dem empfiehlt Thees für diese Arbeit ein bewegliches Messer. Damit geht es besser.

Der Kürbis als solcher ist kalorienarm. Er enthält nur wenig Zucker und keine Säuren. Er ist reich an Betakarotin, Kalium und Eisen. Die Früchte sind vielseitig verwendbar. Ob als Suppe und Kuchen zubereitet oder als Marmelade oder süß-sauer verarbeitet – alles ist möglich. Die Kerne können indes getrocknet werden und werden zu einer leckeren und gesunden Knabberei. Die Kerne zeichnen sich durch ihren hohen Gehalt an Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer und Vitamin E aus. Sie bestehen aus bis zu 50 Prozent Fett und haben einen Eiweißgehalt von 35 Prozent. Natürlich eignen sich die Kerne auch zum Bestreuen von Brötchen und anderem herzhaften Gebäck. Ein besonderes Schmankerl sind die Blüten des Kürbis. Spitzenköche nutzen diese gerne und füllen sie mit Reis und Hackfleisch. Wer im kommenden Jahr in seinem eigenen Garten Kürbisse anbauen möchte, sollte diese auf den Kompost setzen. Die Pflanze ist ein Starkzehrer und fühlt sich dort wohl.

Kürbisse von Ferdi Thees können unter anderem auf den Wochenmärkten in Anrath (donnerstags 11 bis 17 Uhr) und St. Tönis (donnerstags 7 bis 12 Uhr) gekauft werden. Dort steht der Bauer mit seinem Stand.

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