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FDP Willich will städtische Gesellschaft für die Digitalisierung

Breitbandausbau : Willicher FDP will städtische Gesellschaft für die Digitalisierung

Die Willicher Liberalen sehen sich durch die Corona-Krise bestätigt: Schnelles Internet ist wichtig. Daher müsse die Stadt aktiver werden und das Thema nicht einer Bürgerinitiative überlassen.

Die Willicher FDP macht weiter Druck, was die Digitalisierung in der Stadt angeht – und fragt, ob man die Aufgabe der Digitalisierung der erfolgreichen und ehrenamtlichen Bürgerinitiative „Pro Glasfaser in Willich“ überlassen wolle. Aus Sicht der Liberalen wäre die Aufgabe am besten in einer eigenen Gesellschaft, beispielsweise bei den Stadtwerken oder in einem separat aufgestellten Fachbereich, angesiedelt.

„Wir wollen nicht langfristig auf andere Anbieter angewiesen sein, sondern das Heft des Handelns selbst in der Hand haben“, sagt der FDP-Politiker Ralf Klein aus Neersen, der das Thema Breitbandausbau seit langer Zeit politisch begleitet.

„Wir müssen die Breitbandtechnologie unbedingt vorantreiben. Gerade die Corona-Krise zeigt, wie wichtig Kommunikation in der Wirtschaft, im Einzelhandels- und Dienstleistungssektor, bei der medizinischen Betreuung und Beratung, im Home-Office und in der Informations- und Leittechnik ist“, sagt auch Franz-Josef Stapel, Ratsmitglied und stellvertretender Vorsitzender der FDP Willich. Breitbandtechnologie gehöre wie Wasser, Strom, Erdgas und Wärme zur Daseinsvorsorge der Stadt, so Klein.

Die Idee der kommunalen Integration ist nach Angaben der Liberalen nicht neu. Viele Breitband-Aktivitäten befänden sich bereits in kommunalen Kooperationsmodellen, so etwa mit Innogy in Rheinland Pfalz oder EON, EnBW und EWE Oldenburg. Ein Geschäftsmodell sei auch die Vermietung der Breitband-Kapazitäten an andere Telekommunikationsunternehmen.

„Viele Kunden wären froh, alle Dienstleistungen aus einer Hand zu bekommen. Warum dann nicht Breitband über die Stadtwerke Willich? Wenn wir Wohn- und Gewerbegebiete erschließen, sollte Glasfaser direkt mit verlegt werden“, sagt Stapel.

Stapel erklärt, dass sich zuletzt der Haupt- und Finanzausschuss am 26. Juni vergangenen Jahres mit einem sehr ausführlichen Antrag der FDP-Fraktion in der Sache beschäftigt habe. Das Ergebnis seinerzeit sei gewesen, dass ein ausführlicher Bericht über die bisherigen Zahlen, Daten und Ergebnisse erfolgen sollte. Im Ältestenrat nach den Sommerferien hätte die Koordination und Mitteilung – auch im Hinblick auf die Schulen – erfolgen sollen.

Stapel: „Wir befinden uns im Mai 2020, und es gibt keine Reaktionen auf den Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses. Im Rahmen einer FDP-Bürgerveranstaltung im November haben wir zumindest erfahren, wie es bei den Schulen weitergeht. Aber das war’s dann auch schon.“

(msc)