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Evangelische Kirchengemeinde Anrath-Vorst: Pfarrer Martin Gohlke lädt zum Väter-Kinder-Morgen ein

Evangelische Kirchengemeinde Anrath-Vorst : Väter radeln mit ihren Kindern

Der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Anrath-Vorst, Martin Gohlke, hat den Väter-Kinder-Morgen ins Leben gerufen. Zweimal im Jahr, im Frühling und im Herbst, möchte er das Angebot künftig machen.

Die Einladung zum „Väter-Kinder-Morgen“ der evangelischen Kirchengemeinde Anrath-Vorst war eine Premiere. Und eine, die gleich auf gute Resonanz traf: Acht Väter mit ihren Kindern machten sich an diesem Morgen bei bestem Wetter gemeinsam mit dem Fahrrad auf den Weg. Genau genommen waren es neun Väter, denn Pfarrer Martin Gohlke hatte seinen jüngsten Sohn Jakob (9) mitgebracht.

Martin Gohlke ist seit Dezember 2019 Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in Anrath an der Jakob-Krebs-Straße. Er hat ähnliche Veranstaltungen seit vielen Jahren in seiner alten Gemeinde in Mönchengladbach-Wickrathberg durchgeführt. Mit gutem Erfolg. Denn er kennt die Alltagssituationen von Vätern, ist selbst Vater von fünf Kindern. „Es geht darum, dass man sich mal Zeit nimmt, etwas gemeinsam zu unternehmen“, findet er. Zusammen mit anderen Vätern. „Leider konzentrieren sich oft alle privaten Unternehmungen aufs Wochenende. Und da gilt es, einzukaufen, Besuche zu machen und so weiter. Das ist dann so schnell wieder vorbei.“

Auf dem Rücken trägt der Pfarrer einen markanten knallroten Rucksack, den er bereitwillig öffnet. Darin befinden sich Pflaster – für alle Fälle – und ein kleiner Storch aus Plüsch. Der wird später bei der gemeinsamen Rast an der Clörather Mühle eine Rolle spielen. Dort wird es einen kurzen, kindgerechten geistlichen Impuls geben. „Ich werde dort, wo auch die Störche brüten, etwas über Meister Adebar, den Glücksbringer, erzählen.“ Und dass die Störche treu seien, so treu wie Gott.

Höchstens drei Stunden soll die Tour dauern. Dabei muss auch Rücksicht auf die jüngsten Teilnehmer genommen werden. Zu ihnen gehört der vierjährige Hendrik, der sich – wohlgemerkt mit eigenem Kinderrad – gemeinsam mit Papa Marc Richter (34) auf den Weg macht. Die beiden sind ein geübtes Fahrradteam. Marc bringt seinen Sohn jeden Morgen mit dem Fahrrad zum Kindergarten. „Wir wollen einfach mal was Schönes zusammen machen, gemeinsam neue Leute kennenlernen“, sagt Marc Richter. Er erzählt, dass die Familie erst vor einem Jahr nach Anrath gezogen sei. „In der Corona-Zeit hat man nicht so viele Leute treffen können“, fügt er hinzu. Dieser Morgen sei auch eine Entlastung für seine Frau, die gerade die neugeborene Tochter hüte.

Detlev Nöhles (54) ist mit seiner Tochter Maxima (10) am Start. Die freut sich, dass ihr Klassenkamerad Jakob hier ist. Er habe zwei Töchter, erzählt Detlev Nöhles, und dass beide Elternteile berufstätig sind. „Ich mache daher auch in der Woche viel mit den Kindern, bringe sie etwa zum Tanzen“, sagt er.

Mathias Pereira (52) aus Anrath freut sich, mal etwas Neues mit seiner Tochter Sara (10) unternehmen zu können. Dafür sei in der Woche oft zu wenig Zeit, findet er. „Da mache ich viel mit der Mama, aber auch alleine“, fügt Sara hinzu. Karsten Troldner (55) findet, der „Väter-Kinder-Morgen“ sei eine Super-Idee. Er ist mit seinem Sohn Jasper (11) dabei. „Wir sind sonst alle zwei Wochen zum Fußball gegangen, aber das fällt ja im Moment weg“, erzählt er. „Das hier ist eine schöne Sache außerhalb des Urlaubs“, sagt er.

Ganz gemütlich gehen die Tour Franka (2) und Henning Greiner (5) an. Sie sitzen, vorschriftsmäßig angeschnallt und mit Fahrradhelm ausgestattet, in der Transportbox auf dem Lastenfahrrad, bei dem Papa Lars in die Pedale tritt. Tochter Karla (8) ist mit dem eigenen Fahrrad dabei. Und Mama Birgitte schaut auch noch eben zum Abschied vorbei. „Wir wohnen hier ganz in der Nähe“, erklärt sie. „Ich finde das hier toll“, fügt sie hinzu. „Da hat die Mama auch mal frei. Ich könnte shoppen gehen oder einfach mal in Ruhe einen Kaffee trinken, ohne dass jemand nach mir ruft“, überlegt sie.

Pfarrer Gohlke will diese Veranstaltung in jedem Fall fortführen, zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst. Er denkt da an einen Besuch bei der Feuerwehr, gemeinsame Wanderungen oder Schwimmbadbesuche. „Je nachdem, wie die aktuelle Corona-Situation ist“, fügt er hinzu.