Stadt Willich: Entwarnung für Decken in älteren Turnhallen

Stadt Willich : Entwarnung für Decken in älteren Turnhallen

Hier in der Region gibt es offenbar keine "Bochumer Verhältnisse". Gemeint sind einsturzgefährdete Turnhallen, bei denen sich infolge unsachgemäßer Befestigung Deckenplatten gelöst hatten: Daraufhin hat die Stadt Bochum 34 Turnhallen geschlossen. Das zuständige NRW-Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr hatte vor wenigen Tagen die Kreise und Kommunen auf diese möglichen Gefahren hingewiesen und im Bedarfsfall um die sofortige Instandsetzung gebeten. Aber offenbar gibt es in Willich und Tönisvorst derzeit keinen akuten Handlungsbedarf.

Es geht, so steht es auch im Schreiben des Ministeriums, um Hallen aus den 1960er- bis 80er-Jahren, bei denen in der Deckenkonstruktion sogenannte Sauerkrautplatten falsch vernagelt und festgemacht wurden. "Solche Hallen mit dieser alten Konstruktion haben wir bei uns nicht", sagte auf Nachfrage der Leiter des Willicher Eigenbetriebes "Objekt und Wohnungsbau", Joachim Stukenberg. Dennoch hat er seine Mitarbeiter gebeten, sich die älteren Hallen trotz der routinemäßigen Überprüfungen mal anzuschauen. Dies sind vor allem die Turnhallen an einigen Grundschulen, so zum Beispiel an der Schule im Mühlenfeld in Alt-Willich oder an der Schiefbahner Hubertusschule, die in den 1970er-Jahren errichtet wurden. "Wir können uns relativ beruhigt zurücklehnen", sagte auf Nachfrage auch die Stadt Tönisvorst durch Marcus Beyer, der dort für die Immobilien und Liegenschaften zuständig ist. Beyer erinnerte an das Jahr 2010, als sich im Lagerraum einer städtischen Kita eine Deckenplatte gelöst hatte, ohne jemanden zu verletzen. Daraufhin habe man einen externen Gutachter eingeschaltet, der sich auch in anderen städtischen Gebäuden, in Büros, bei der Feuerwehr oder in den Turnhallen, die infrage kommenden abgehangenen Decken angeschaut habe. Beyer: "Damals wurde zum Beispiel in den Hallen ein Hubsteiger eingesetzt, von dem die Mitarbeiter sich die Decken genau ansahen und überprüften."

Diese Arbeiten seien 2011 abgeschlossen worden; einige kleinere Mängel wurden dabei behoben. In der Regel würden, fuhr Beyer fort, etwa alle zehn Jahre der bauliche Zustand auch der Turnhallen überprüft, demnächst etwa wieder im Jahr 2020. Von daher habe man das Schreiben des Ministeriums nur zur Kenntnis genommen.

(wsc)