Emmaus-KIrchengemeinde Willich: Neue Gottesdienst-Zeiten ab Sommer

Emmaus-Kirchengemeinde : Neue Zeiten für die Gottesdienste

Mit Beginn des Sommers greift in der evangelischen Emmaus-Kirchengemeinde ein neuer Gottesdienstplan.

Es wird für einige Aufregung sorgen, da ist sich Pfarrer Rolf Klein sicher. Aber nach langen und gründlichen Überlegungen habe sich das Presbyterium der evangelischen Emmaus-Kirchengemeinde dafür entschieden, die Gottesdienstzeiten an den Wochenenden zu verändern. „Wir müssen uns von dem Gedanken, dass etwas immer so gewesen ist und der Aussage ,das haben wir immer so gemacht’ trennen. Wir müssen neue Wege gehen – und zwar rechtzeitig“, sagt Klein.

Vor dem Hintergrund, dass in den nächsten Jahren im Kirchenkreis Krefeld-Viersen sehr viele Pfarrerinnen und Pfarrer in den Ruhestand gehen und Nachwuchs in ausreichender Zahl nicht zur Verfügung steht, sind Lücken in Sicht, die es aufzufangen gilt. Bei der Emmaus-Kirchengemeinde hat man sich bereits im Juni des vergangenen Jahres bei einer Klausurtagung erste Gedanken gemacht. Bislang ist es so, dass die Gemeinde auf drei Pfarrer für das Gebiet Willich, Schiefbahn und Neersen zurückgreifen kann. Nur wird diese Zahl nicht auf Dauer erhalten bleiben.

„Ich werde demnächst 63 Jahre alt und nicht ewig arbeiten. Mir ist es wichtig, dass frühzeitig nach Lösungen gesucht wird und nicht erst dann, wenn feststeht, dass ich in Rente gehe“, sagt Klein. Ohne die drohende Schere im Kopf plane es sich einfach leichter, fügt der Pfarrer an. Mit drei Pfarrern war es möglich, dass jeder in der Kirche seines Pfarrbezirkes die Gottesdienste hielt, bei nur zwei wird das nicht mehr funktionieren. In Zeiten von Urlaub, Krankheit oder sonstiger Abwesenheit konnten die sonntäglichen Gottesdienste um 9.30 Uhr in Willich, 11 Uhr in Neersen und 10 Uhr in Schiefbahn kurzfristig durch zwei Pfarrer abgedeckt werden, aber diese Belastung geht auf Dauer nicht.

Daher hat man umstrukturiert, wobei die neuen Zeiten das Ergebnis der Überlegungen von mehreren Gemeindeversammlungen inklusive Gemeindebefragungen sind. Los gehen die neuen Gottesdienstzeiten mit Beginn der Sommerferien am 13. und 14. Juli. Es wird so aussehen, dass am ersten Wochenende eines Monats der Gottesdienst am Samstagabend in Willich stattfindet und am Sonntag in Schiefbahn. In Neersen gibt es damit kein Angebot. Das zweite Wochenende sieht die Kombination Schiefbahn am Samstag und Neersen am Sonntag vor. Willich bleibt dann außen vor. Am dritten Wochenende macht Neersen samstags den Auftakt gefolgt von Willich am Sonntag. In Schiefbahn findet in diesem Fall kein Gottesdienst statt. Wochenende Nummer vier gehört samstags Willich und sonntags Schiefbahn. Die Neersener können an diesem Wochenende auf kein Angebot zurückgreifen.

Die Zeiten sind fix terminiert. Samstags finden die Gottesdienste jeweils um 18 Uhr und sonntags um 10.30 Uhr statt. „Dort, wo am Wochenende kein Gottesdienst gehalten wird, bieten wir einen Fahrdienst zum jeweiligen Sonntagsgottesdienst an“, informiert Klein. Das heißt: Am ersten Wochenende wartet sonntagmorgens in Neersen ein Bus vor der Kirche, der die Kirchgänger nach Schiefbahn transportiert und auch wieder zurückfährt. Entsprechend der Orte ohne Gottesdienst am Wochenende geht der Bus in den Einsatz. Man werde schauen, wie dieses kostenfreie Fahrangebot angenommen werde, und es fest etablieren oder beenden, fügt der Pfarrer an.

Was Festtage wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten, den Ersten Advent und den Totensonntag betrifft, stoppt die Rotation. An diesen Tagen werden, solange es drei Pfarrer gibt, Gottesdienste in allen drei Kirchen um jeweils 10.30 Uhr angeboten. Generell kann Pfarrer Klein die Tendenz feststellen, dass viele Menschen ihr Leben ohne eine aktiv gelebte Religion gestalten. Die Kirchen werden nicht mehr so gut besucht, wie es einst der Fall war. „Die Prägung des Alltags durch die Religion ist nicht mehr gegeben“, sagt Klein. Die Nachwuchsprobleme auf der anderen Seite sieht der Pfarrer zum Teil darin begründet, dass das theologische Studium lang ist und sowohl Hebräisch wie auch Griechisch und Latein mit zu den Sprachen gehören, die benötigt werden. Sprachen, die in der Regel erst im Studium erlernt werden müssen und es entsprechend verlängern.

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