Stadt Willich: Einzelhändler hatten sich mehr erhofft

Stadt Willich : Einzelhändler hatten sich mehr erhofft

Eher schlecht, durchwachsen, ganz gut, bin sehr zufrieden. Dies waren einige Kommentare von Willicher Händlern, befragt nach dem Weihnachtsgeschäft am vierten Adventssamstag. Ein einheitliches Urteil war nicht erkennbar.

Auch Uhrmacher, Juweliere oder Modehäuser konstatierten: "Es hätte ruhig noch etwas besser laufen können."

Gut drauf waren eigentlich nur die "Weihnachtsmänner". Gemeint sind die Baumverkäufer, die ihre Nordmanntannen oder Blaufichten ausgaben. Viel zu tun hatten auch am vierten Adventswochenende der Anrather Ludger Hügens oder Peter Friesen, der in Willich den Brockerhof bewirtschaftet. "Ich habe etwa zehn Prozent mehr verkauft als im vergangenen Jahr, zu 90 Prozent Nordmanntannen, der Rest Fichten", sagte der Friesen-Bauer. Genauere Zahlen nannte er nicht.

"Der Run hat hier erst zehn Tage vor Heiligabend eingesetzt", berichtete Alfred Erren aus seinem großen Spielwaren- und Bastelladen am Willicher Marktplatz. Im Vergleich zum Weihnachtsgeschäft im vergangenen Jahr sei der Verkauf etwas rückläufig gewesen. Auch von einigen Willicher Buchhandlungen wurden geringere Umsätze gemeldet. Der Grund: Die Kunden bestellen die Bücher für den Gabentisch wohl zunehmend im Internet.

"Wir haben unser Klassenziel nicht erreicht", zeigte sich vor allem der Inhaber des Gartencenters Pötschke, Dieter Wiegand, enttäuscht. Drinnen war eigens auf einer Fläche von rund tausend Quadratmetern ein Weihnachtsmarkt aufgebaut worden. "Und unsere Erwartungen wurden nicht erfüllt, das Geld sitzt wohl nicht mehr so locker wie früher", urteilte Wiegand.

Die Reisebüros hatten das Weihnachtsgeschäft schon viel früher abgeschlossen. "Entsprechende Routen in wärmere Länder aber auch in den Schnee wurden bereits im Sommer geordert", sagte Michaela Jaster, die an der Willicher Kreuzstraße ein Reisebüro betreibt. Nebenbei verkauft sie auch Karten für kulturelle Events. "Heutzutage bleiben die Familien eher zu Hause", stellte sie einen rückläufigen Trend bei den Touren fest. Und wer noch über Silvester verreisen möchte? "Der muss, was zum Beispiel die Flughäfen angeht, sehr flexibel sein." In wärmere Länder gehe fast nichts mehr. Oder wie wäre es noch mit Eintrittskarten für ein Musical oder einen Auftritte von Kabarettisten? FRAGE DES TAGES

(wsc)